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Hammer-Orgel in St. Johannis erklang als Kino-Orgel

Hammer-Orgel in St. Johannis erklang als Kino-Orgel

Lübbecker Orgelsommer: Marc Waskowiak improvisierte Musik auf den Film "The Champion" und fand dabei die richtigen Klänge und Rhythmen

Von Ralf Kapries

Rahden. Große Kino-Orgeln sind aus der Mode gekommen, doch was eine Wurlitzer kann, das kann eine moderne Hammer-Orgel schon lange, auch wenn sie in einem Sakralraum steht. Im "Lübbecker Orgelsommer" des Vorjahres fand sie schon erfolgreich Einsatz als mächtiges Begleitinstrument zu "Ben Hur", einem US-amerikanischer Monumentalfilm von Fred Niblo aus dem Jahr 1925. Es lag also nahe, das gelungene Experiment zu wiederholen, allerdings mit einem weitaus kürzeren Film, "The Champion" von und mit Charly Chaplin, 1915 in den Essanay-Studios ebenfalls in den USA gedreht.

Marc Waskowiak aus Norderney, in der Rahdener St.-Johannis-Kirche mit einem Improvisationskonzert zu Gast, hatte seinem Programm eine viersätzige Orgelsuite vorangestellt. Als Basis verwendete er Lieder und Choräle aus dem Evangelischen Gesangbuch, die die Zuhörer bis zu einer Viertelstunde vor dem Konzert vorschlagen konnten. So gestaltete er ein umfängliches Allegro mit "Nun suchet alle Gott" und schloss mit einem Andante auf "Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen" an. 

In seinem Scherzo verarbeitete er "Du, meine Seele, singe", "Morgenlicht leuchte", "Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich" und "Die ganze Welt hast Du uns überlassen". Waskowiaks Improvisationen waren sehr farbenreich und experimentierfreudig angelegt und nutzten eine Fülle von Registern. Sie hatten etwas von Programm-Musik und deuteten schon ein wenig auf den Kinomusik-Teil voraus. Das Publikum spendete nach diesen schon unterhaltsamen wirkenden Bearbeitungen reichlich Applaus.

Der zweite Teil galt der musikalischen Untermalung des Stummfilms "The Champion", der auf eine große Leinwand vor dem Altar projiziert wurde. Darin ist Chaplin in seiner typischen Tramp-Kleidung auf der Suche nach Arbeit, um sich und seinen Hund ernähren zu können. 

Er bewirbt sich um einen Platz als Sparrings-Partner für einen Boxer, und es ist köstlich anzusehen, wie er sich mit viel tollpatschiger Beweglichkeit und einem versteckten Hufeisen gegen Mitbewerber und schließlich gegen den Champion selbst durchsetzt. Seine Art, im Boxring zu kämpfen, widerspricht allen Gepflogenheiten und wirkt sehr komisch. Mit Hilfe seines Hundes gelingt ihm schließlich der Sieg. 

Waskowiak fand dazu die richtigen Klänge und Rhythmen, von dumpfen Basstönen am trostlosen Anfang, über lustig Bewegtes während der Kämpfe bis hin zur schmetternden Siegesfanfare zum Schluss. Am Ende war alles gut und das suggerierte die Musik auch dem erheiterten Publikum, das miterlebt hatte, wie der Krone des "Lübbecker Orgelsommers" ein weiterer respektabler "Zacken" hinzugefügt wurde.

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14 - Lübbecker Land, Dienstag 08. August 2017


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