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Orgelsommer 2017 1

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Seelenbalsam

Eröffnung des Orgelsommers in der St. Andreaskirche Lübbecke

Mit fast 200 Freundinnen und Freunden der Orgelmusik war die St. Andreaskirche Lübbecke gut besucht. Kirchenmusikdirektor Heinz-Hermann Grube freute sich in seiner Einführung über die rege Teilnahme. Die Besucherinnen und Besucher wurden nicht enttäuscht.
In unterschiedlicher Weise wurde mit Stücken von Buxtehude und Bach tiefe Spielfreude hörbar, die mit Musik von Mozart, Guilmant, Kodály und Merkel in tiefe Leichtigkeit überführt wurde.
Der Gast aus Ungarn überraschte seine Lübbecker Fans und die mitgereisten Freunde aus Tiszakécske mit einem Chorstück, dass die Herzen eroberte: Vier Stimmen, die ausdrucksstark und wunderschön in das Konzert einführten. Wie ein Gebet ließ es zum einen die Sehnsucht nach Heil laut werden, bis der Klang in staunende Stille überging, die sich auf die Hörgemeinde übertrug. Wer die Sängerinnen und Sänger nicht sehen konnte, war überrascht, wie nur vier Menschen die Kirche so erfüllen konnte.
Diesem zarten Einstieg folgte Dietrich Buxtehudes Praeludium in g-moll. Grube spielte einen gehetzten Klangatem, es tauchte ein Gefühl von Flucht vor einem Riesen der dunklen Töne auf, ein Ringen um Harmonie des Erhabenen.
Méhes spielte mit dem Präludium und Fuge in G-Dur von Johann Sebastian Bach kraftvoll und eindringlich. Eine Fuge in erlesener Form wurde hörbar, Musik ohne Zaudern, eine Einladung, sich ganz der Musik hinzugeben, in ihr zu verschwinden.
Die Fantasia und Fuge in g-moll von Bach schlossen sich an. Dieses musikalische Kleinod erlaubte Berührung, die zu Tränen rührte, es floss rasant in die Ohren, so als würde SOS gefunkt, um im nächsten Moment im Gotteslob verschwunden zu sein.
Ein besonderes Hörerlebnis war die Fuga für 2 Klaviere, gespielt auf Orgelpositiv und Flügel. Der Flügel klang wie ein Glockenspiel und machte Lust auf weitere Töne.
Mozarts Fantasie in f-moll kam wie aus einer anderen Welt und umspannte rasante Teile und zarter Widerhall in gleicher Weise. Das war Musik zum Träumen, ein leichtes Herz erlebte dramatische Freude.
Ein zarter Klangraum entstand in der Begegnung von Flügel und Orgel gespielt von Méhes und Dr. Lívia Hegedüs: Ein Stück voller Hoffnung und Freude.
Schwere Leichtigkeit wurde im Anschluss hörbar im Präludium von Zoltán Kodály. Einzelne Töne flogen den Zuhörenden nicht mit Leichtigkeit entgegen, vielmehr schienen sie wie sorgsam geprüft, immer wieder erschrak das Herz, bis es in der Stille nach Hause kam.
Wie ein Finale wirkte das letzte Stück, die Sonate in d-moll von Gustav Merkel. Es schloss mit seinem erhabenen Ausdruck ganz fein an Buxtehudes Sehnsucht nach Erlösung an. Da wurde Versöhnung mit der betrübten Seele und darüber hinaus spürbar.
Das Konzert hallte nach. Das war Kirchenmusik in seiner unverkennbaren Form. Kein billiger Seelenverkäufer, der mit den Gefühlen der Menschen spielt, um sie zuletzt einsam zurückzulassen. Vielmehr erklang eine beherzte Ehrlichkeit, die die Menschen in ihrer Zerrissenheit mitnahm und verwandelte, oder zumindestens den Raum zeigte, wo die Seele Versöhnung erlebt und staunende Stille hören kann.

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Musikalische Vielfalt

Lübbecker Orgelsommer: Zum Auftakt musizierten Heinz-Hermann Grube und ungarische Gäste
gemeinsam in der Andreaskirche

Von Ralf Kapries

Lübbecke. Das Konzert zum Auftakt des diesjährigen Orgelsommers in der Andreaskirche in Lübbecke erhielt beim Publikum große Zustimmung, bot es doch eine Menge neuer und interessanter Eindrücke.
Unter dem Motto "Musik für vier Hände und vier Füße" interpretierten Balázs Méhes, Heinz-Hermann Grube und Lívia Hegedüs - teils als Duo, teils solistisch - Werke von Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Mozart, Guilmant, Kodály und Gustav Merkel.
Das Programm umspannte als musikalischer Rahmen zwei Kompositionen zum 42. Psalm "Was betrübst du dich, meine Seele ...". Gäste aus Tiszakécske sangen zu Beginn einen Chorsatz eines ungarischen Komponisten aus dem 18. Jahrhundert. Raumfüllend und klar erklang die getragen dargebotene Musik. Erstaunlich, dass der vermeintliche Chor nur aus vier Sängerinnen und Sängern bestand, die hier eine hohe Leistung erreichten.
Organisten brachten "Kaffeewasser zum kochen"
Das Praeludium in g-Moll von Dietrich Buxtehude (BuxWV 149) mit Heinz-Hermann Grube an der großen Orgel bildete einen farbigen und gut passenden Auftakt. Grube registrierte "seine" Orgel mit Feingefühl und vielen wechselnden Stimmen. Dabei setzte er auf den Kontrast mit erst zarten und dann kräftig strahlenden Stimmen, denen er immer wieder einen näselnden tiefen Bass entgegen setzte.
Überraschende Klang-Kaskaden folgten. Ebenfalls solo an der großen Orgel intonierte Balázs Méhes in flottem Tempo Praeludium und Fuge G-Dur (BWV 541) von Johann Sebastian Bach. Der 1973 geborene Méhes unterrichtet heute Orgelspiel an der Pädagogischen Fakultät der Reformierten Universität "Károli Gáspár" zu Nagykörös.
Mit großem Vergnügen spielte Grube dann die Fantasia und Fuge g-Moll BWV 542, indem er die verschiedenen Motive in Prinzipalen unterschiedlicher Länge zueinander in Kontrast setzt und auch das Kaffeewasser reichlich zum sprudeln brachte. (Bekanntlich wird diese Komposition wegen eines mehrfach wiederholten und bearbeiteten Motivs, das dem Satz "Das Kaffeewasser kocht" sehr ähnelt, unter Organisten gerne etwas despektierlich als die "Kaffeewasser-Fuge" bezeichnet.)
Mit der Fuge a 2 clav - Allo moda Fuga a 2 clav musizierten Méhes und Grube gemeinsam; Méhes spielte die kleine Orgel (Orgelpositiv), während Grube am Flügel saß. Die interessante Zusammenstellung erklang sehr schön, aber aufgrund der in der Andreaskirche herrschenden räumlichen Bedingungen akustisch eher unklar.
Heiter bis dramatisch, auf jeden Fall sehr bewegt, interpretierten Méhes und Grube gemeinsam am Klavier die Fantasie f-Moll (KV 608) von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier wurde deutlich, dass zwei Tastenkünstler zu Werke gingen, die einander musikalisch sehr gut verstehen.
Méhes begleitete sodann das virtuose Klavierspiel von Lívia Hegedüs in Alexandre Guilmants Pastorale Op. 24 für Klavier und Orgel mit einfühlsam ausgesuchten, sanften Soloregistern an der großen Orgel.
Mit Zoltàn Kodálys Praeludium 1931offenbarte Méhes erneut sein musikalisches Können. Düstere Töne erklangen anfangs mit viel Bass, dem sich dann immer mehr Flöten und andere hohe Stimmen zumischten und immer intensiver wurden, vergleichbar mit der erwachenden Vogelwelt am Morgen. Ihnen gesellte sich ein starkes, strahlendes Prinzipal zu, das zwischendurch von einem lauten, knarrenden Bass gestört wurde. Lange, ineinander schwingende Töne bildeten den Schluss dieser in ihrer Tonsprache immer noch ungewohnten Komposition.

Bewegtes Publikum dankte mit intensivem Applaus
Gustav Merkel setzte mit seiner Sonate d-Moll op. 30 Rahmen und Schluss des Konzerts, gemeinsam interpretiert von Grube und Méhes an der großen Orgel. Bewegt und voller Zweifel greifen nach einem imposanten Anfang im Allegro moderato den 42. Psalm auf. Dem sich langsam ausbreitenden Orchesterklang werfen sich immer wieder zweifelnde Stimmen entgegen, das Schwellwerk lässt Musik und Gemüt wogen und schließlich setzt sich im Prinzipal des Hauptwerks die tröstliche Botschaft das 23. Psalms (Der Herr ist mein Hirte ...) im Adagio durch und milderte im Allero con Fuoco die wieder aufgegriffene, betrübte Stimmung des 42. Psalms zu der Erkenntnis "das meines Angesichts Hilfe mein Gott ist".
Länger hätte es nicht sein dürfen, dieses eindrucksvolle, von Musikalität und tiefer Aussage erfüllt Konzert. Es hat das Publikum sehr bewegt, das daher mit intensivem Applaus dankte.


© 2017 Neue Westfälische
14 - Lübbecker Land, Mittwoch 19. Juli 2017




Furioser Auftakt zum Orgelsommer
Heinz-Hermann Grube und Balàzs Méhes bestechen mit großer Virtuosität

Eva Rahe
Lübbecke (WB). Mit einem furiosen Konzert ist am Sonntag der Orgelsommer der evangelischen Kirchengemeinde Lübbecke eröffnet worden. Heinz-Hermann Grube und Balàzs Méhes gestalteten einen spannenden Auftakt, den das Publikum in der St.-Andreas-Kirche Lübbecke gebannt verfolgte. Mehr als 100 Gäste waren am Sonntagabend in die gotische Hallenkirche gekommen, um den beiden Musikern beim Spiel auf dem größten aller Musikinstrumente zuzuhören.
Wer ein Orgelkonzert besucht, hat meistens nicht die Erwartung, dem Maestro bei seiner Arbeit über die Schulter schauen zu können. Die Kirchenorgel ist im eigentlichen Sinne kein Konzertinstrument. Nichtsdestotrotz haben Komponisten immer wieder Stücke mit konzertantem Charakter für das großformatige Instrument geschrieben. Dass das Orgelspiel dabei sehr vielseitig sein kann, führten die beiden Organisten Heinz-Hermann Grube und Balàzs Méhes behände vor. Ihr Konzert für »Vier Hände und vier Füße« war zugleich eine kleine Zeitreise durch die Epochen des Orgelspiels.
Den Einstieg gab Kantor Heinz-Hermann Grube mit einem Stück von Dietrich Buxtehude und zeigte dabei ganzen Körpereinsatz. Nicht nur die Hände von Heinz-Hermann Grube wirbelten über die Klaviatur, auch seine Füße standen nicht still, um die exponierten dunklen Töne herauszustellen.
Im Anschluss spielte Balàzs Méhes ein Stück von Johann Sebastian Bach. Balàzs Méhes, der seine Orgelausbildung am Konservatorium von Miskolc und an der Budapester Musikakademie begann, ist ein gern gesehener Gast in Lübbecke. In diesem Jahr folgte er der Einladung von Heinz-Hermann Grube, am Orgelsommer teilzunehmen. Die beiden Musiker zeigten dabei ihre Experimentierfreude und loteten die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten von Orgel und Klavier aus.
Ob des gewaltigen Instruments und der virtuosen Spielweise war das Publikum zunächst etwas zurückhaltend, nach den ersten Stücken zeigten die Zuhörer aber schnell ihre Begeisterung für die musikalische Darbietung der beiden Künstler. Diese wechselten nach dem fulminanten Einstieg an der Kirchenorgel den Ort und begaben sich in den Chorraum, wo sie Bach und Mozart am Flügel und einer kleineren Version der Orgel spielten.
Nun hatte das Publikum die Möglichkeit, den beiden Künstlern tatsächlich bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, was sie sichtlich genossen. Daran anschließend gab es eine Kombination aus Kirchenorgel und Flügel. Hierzu hatten die beiden Organisten die Pianistin Lívia Hegedüs aus Tiszakécske eingeladen. Abgerundet wurde der Konzertabend von Stücken aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von Alexandre Guilmant, Zoltán Kodály und Gustav Merkel.
Der diesjährige Orgelsommer wird an verschiedenen Stationen im Kirchenkreis Lübbecke fortgesetzt. Wie immer beschäftigen sich die einzelnen Gemeinden mit unterschiedlichen Themen. Hierbei geht die Bandbreite von klassischen Ansätzen bis hin zu modernen Varianten des Orgelspiels.
Besonders spannend dürfte der Termin am 6. August in der St.-Johannes-Kirche in Rahden werden, wo Marc Waskowiak vom Publikum gewünschte Choräle improvisieren wird. Bis 15 Minuten vor Beginn des Konzertes dürfen die Gäste ihre Wünsche einreichen.
Der nächste Termin des Orgelsommers ist am Sonntag, 23. Juli, in der Michaelskirche in Espelkamp. Hier wird das 25-jährige Bestehen der Michaelsorgel mit dem Thema »500 Jahre Reformation« gefeiert.

WB 18.7.


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