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Große Musik in Espelkamp


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Bilder: R. Grundmann

Sinfonie gipfelt in dem Choral: „Ein feste Burg ist unser Gott“
Thomaskirche Espelkamp: Konzert zum Luther-Jubiläum mit dem Sinfonieorchester Lübbecke und Tobias Krügel an der Orgel


Von Robert Rolf Grundmann
Espelkamp. Im Jubiläumsjahr der Reformation wollte das Volksbildungswerk Espelkamp nicht hinten anstehen und stellte die „Reformations-Sinfonie“ Felix Mendelssohn-Bartholdys in den Mittelpunkt eines Konzertes in der Thomaskirche.
Der Gründer des ersten Konservatoriums Deutschlands hatte sein Werk, das die Nummer “107“ erhalten hat, anlässlich des 300. Jahrestages der „Augsburger Konfession“ zu Papier gebracht. Erstmals aufgeführt wurde es allerdings erst zwei Jahre später, 1832 in Berlin unter dem Dirigat des Komponisten und wurde zu dessen Lebzeiten nur noch ein weiteres Mal, 1837. Mendelssohn-Bartholdy war der Urvater des Dirigenten, so wie wir ihn heute kennen und verstehen und hat somit Heinz-Hermann Grube den Weg auf das Podest vor dem Sinfonieorchester Lübbecke geebnet. Der hatte sein Orchester, in dem musikbegeisterte Laien spielen und Menschen, die beruflich auf unterschiedlichste Art mit Musik verbunden sind, fest im Griff – bei dieser Symphonie ebenso wie bei der "Première Symphonie für Orgel und Orchester" von Félix-Alexandre Guilmont und Johann Sebastian Bachs "Französischer Suite Suite in G Dur" in der Bearbeitung von Eugene Goossens. Kantor Tobias Krüger war für den jeweiligen Orgelpart zuständig und für "Präludium und Fuge C-Moll", ebenfalls aus der Feder Johann Sebastian Bachs.
Ursprünglich hatte Guilmant das Werk 1874 als Orgelsonate komponiert und vier Jahre später zur Sinfonie erweitert. In einer Analyse heißt es dazu: „Gegenüber der Fassung für Orgel solo fallen hier vor allem die schärfere Konturierung und größere Dramatik auf; beide werden insbesondere dadurch erreicht, dass im Orchester Rhythmusinstrumente zur Verfügung stehen - Rhythmusinstrumente sind die einzige Instrumentengattung des Orchesters, die von der Orgel nicht nachgeahmt werden kann."
Obwohl als zweite komponiert, erhielt die „Reformations-Symphonie“ die Nummer "5", da sie erst 1868 nach anderen Sinfonien gedruckt veröffentlicht wurde, was wohl damit zu tun hatte, dass Felix Mendelssohn-Bartholdy selbst sein größter Kritiker war. "Der Hass auf sein eigenes Schaffen geht so weit, dass er die Reformationssinfonie am liebsten verbrannt hätte", so Ann-Katrin Zimmermann, Dramaturgin des Gewandhauses. Der Komponist, den die jüdischen Eltern 1816 hatten christlich taufen lassen, beschäftigte sich um 1830 intensiv mit dem Gedankengut der Reformation und bediente sich bei Martin Luther. Der Komponist "zitiert Text und Melodie eines der Kirchenlieder", die dem Reformator zugeschrieben werden. Die Sinfonie gipfelt in dem Choral: „Ein feste Burg ist unser Gott“. In „Satz“ verwendet er dagegen ein Stück aus der katholischen Messe, nämlich das „Dresdener Amen“ des Komponisten Johann Gottlieb Naumann. Das im 19. Jahrhundert sehr beliebte Motiv – Wagner verwendetes mehrfach – hat auch in der Gegenwart noch seine Fans: Klaus Doldinger lässt es in seiner Musik für den Film „Das Boot“ erklingen.
Trotz seiner Taufe hatte Mendelssohn-Bartholdy mit antisemitischen Ressentiments zu kämpfen. Diese Vorurteile hatten auch noch Auswirkungen auf die spätere Rezeption seiner Werke. Besonders hervorgetan hat sich dabei Richard Wagner, der den Juden insgesamt Mendelssohn im Besonderen unterstellte, künstlerisch impotent zu sein und nur nachahmen zu können. Sie seien unfähig, selbst kreativ zu sein.
Ohne Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy wäre unser Umgang mit Johann Sebastian Bach (und auch Händel) heute womöglich ein anderer. Denn es ist ihm zu verdanken, dass der Thomaskantor und seine Zeitgenossen aus der „Vergessenheit“ geborgen wurden.
Für das „Registrieren der Orgel“ standen Kantor Thomas Krügel während des Konzertes seine Frau Jeanette und Andreas Bock zur Seite. Rose Meyring leistete als Konzertmeisterin ihren wesentlichen Anteil zur Erarbeitung der Stücke und deren solider Ausführung.
Das Publikum im fast voll besetzten Kirchenschiff dankte allen Mitwirkenden mit kräftigen, anhaltenden Applaus.


Ein Genuss mit furiosem Finale
Sinfonieorchester Lübbecke und Kantor Tobias Krügel spielen in der Thomaskirche

Espelkamp(cm). Orgel und großes Orchester zusammen zu bringen, scheitert oft an den räumlichen Gegebenheiten. In der Espelkamper Thomaskirche jedoch ist es möglich.
Und so kamen die Zuhörer nun in einen sehr seltenen musikalischen Genuss. Kantor Tobias Krügel eröffnete das Sinfoniekonzert des Volksbildungswerkes mit Bachs Präludium und Fuge c-Moll: mit einem wuchtigen Pedalsolo einsetzend und danach bis zum Schluss-Akkord entschlossen vorwärts strebend.

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Gleich darauf folgte noch einmal Bach, für Orchester. Und diesmal war es ein ganz anderer Bach, der zu hören war. Die französische Suite in G-Dur, von Eugene Goossens abwechslungsreich in-strumentiert und vom Sinfonieorchester Lübbecke kongenial interpretiert, war geradezu ein Ausbund an Leichtigkeit. Der reizvolle Gegensatz der beiden Bach-Werke war zugleich eine schöne Hinführung auf das zentrale Werk dieses Konzertes, Guilmants »Première Symphonie«.
Orgel und Orchester standen von Anfang an in einer intensiven Wechselbeziehung, so dass sich – auch dank Tobias Krügels feinsinniger Registrierung – daraus ein hochdramatisches Farbenspiel ergab. Einem überschwänglichen ersten Satz stellt Guilmant einen sehr innigen zweiten Satz gegenüber. Diese »Pastorale« ist ein musikalisches Idyll, in dem der Dialog hauptsächlich zwischen den Streichern und der Orgel weitergeführt wird, bevor sich das Orchester im dritten Satz volltönend zurückmeldet und die Komposition in einem furiosen Finale ausklingt.
Dabei war es wirklich beeindruckend, wie gut die Kommunikation zwischen dem Solisten Tobias Krügel und dem Sinfonieorchester Lübbecke unter der Leitung von Heinz-Hermann Grube gelang. Das Publikum feierte denn auch beide schon jetzt mit lang anhaltendem Applaus.
Doch ein weiterer Höhepunkt sollte erst noch kommen: Felix Mendelssohn Bartholdys Symphonie Nr. 5 d-Moll, die so genannte Reformations-Sinfonie. Mendelssohn hatte sie anlässlich des 300. Jubiläums der Confessio Augustana komponiert und damit Martin Luther und dem Protestantismus ein musikalisches Denkmal gesetzt.
Das Sinfonieorchester leistete mit der Aufführung in der Thomaskirche nun einen imponierenden und sehr sinnlichen Beitrag zu den Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums »500 Jahre Reformation«. Man konnte das Werk, mal aufbrausend, dann wieder kurz innehaltend und schließlich in das trotzige Bekenntnis »Ein feste Burg ist unser Gott« mündend, durchaus als sinfonische Kurz-Biographie Luthers lesen.
So oder ähnlich muss es Luther ergangen sein, der zwischen Anfechtung und Heilsgewissheit immer wieder hin- und hergerissen wurde, bis sich die Wiederentdeckung der Gerechtigkeit allein aus Glauben in ihm und schließlich im gesamten Protestantismus durchsetzen konnte.


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