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Orgelkonzert

Musik als Trösterin

Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich orgelbegeisterte Konzerthörende im nördlichsten Gotteshaus des Ev. Kirchenkreises Lübbecke. Pfarrer Roland Mettenbrink freute sich über die Gäste, die aus dem ganzen Lübbecker Land und der Region von Oberbauerschaft über Lübbecke bis Pr. Ströhen bis Bad Essen angereist waren. Sie hörten ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von Komponisten. Musik als Trösterin – besinnliche und freudige Orgelmusik“ so lautete das Motto des Konzertes. Von frischem vernehmlichen Gotteslob über feine Stücke, bis zu einem feierlich fröhlichem Taumel klang die Schuke- Orgel. Neben Werken von Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel erklang Musik spanischer und französischer Komponisten des 18. Jahrhunderts. Das Konzert endete mit einer Bearbeitung des Liedes „Der Mond ist aufgegangen“ von Helmut Walcha und einer Zugabe. Die Orgel der Firma Schuke in Pr. Ströhen wurde 1982 gebaut und zählt zu den wertvollsten Orgeln des Kirchenkreises Lübbecke.
Gespielt wurde die Orgel von Dr. Hans-Christian Tacke. Er ist seit 2001Organist der historischen Wilhelm-Sauer-Orgel in Bochum-Altenbochum. Er erhielt Lehr- und Forschungsaufträge an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2002 ist Dr. Hans-Christian Tacke Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche von Westfalen. Seit 2013 Lehrbeauftragter der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe.


Mehr melancholisch als tröstlich

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DR. Hans-Christian Tacke im Orgelsommer zu Gast an der Schuke-Orgel
Von Ralf Kapries

Rahden. Dr. Hans-Christian Tacke, unter anderem Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche von Westfalen, gastierte am Sonntagabend an der Orgel der Immanuelskirche in Pr. Ströhen vor rund 40 Zuhörern. Unter dem Titel "Musik als Trösterin - besinnliche und freudige Orgelmusik" führte sein Konzertprogramm vom 17. bis ins 20. Jahrhundert.
Die Reihe Orgelsommer lädt die Konzertbesucher in diesem Jahr zum Besuch zahlreicher Orgeln im Kirchenkreis Lübbecke ein und gibt ihnen so die Gelegenheit, unterschiedliche Konzeptionen und Klangvorstellungen des königlichen Instruments kennen zu lernen, so auch die Ströher Schuke-Orgel.
Diese Orgel passt mit einer sinnvollen Menge an Stimmen gut in den kleinen Kirchenraum. Sie bedarf allerdings dringend einer Renovierung, weil sie verschmutzt und von Schimmel befallen ist.
Tacke spielte mit zum Teil offenem Gehäuse, was dem Schnarrwerk größere Klarheit verlieh, teilweise jedoch auch zu Schärfen, aber auch zu einem schönen Kontrast zu den Labial-Registern führte.
Hans-Christian Tacke eröffnete sein Konzert mit einer Kompostition von Soror da Peidada aus dem 18. Jahrhundert und wechselte sodann zum Übergang vom 17. ins 18. Jahrhundert, indem er die siebensätzige "Suite du deuxième ton" von Louis-Nacolas Clérambault interpretierte.
Mit diesem Werk ließen sich gut die technischen Möglichkeiten des Instruments und der Komposition darstellen, da Clérambault hier mit den verschiedenen Stimmen und ihren Verknüpfungsmöglichkeiten experimentiert.
Eine eher melancholische Stimmung verbreitete Johann Gottfried Walters "Warum betrübst du dich, mein Herz" mit seinen tiefen Flötentönen. Es folgten Praeludium und Fuge c-Moll BWV 549 von Johann Sebastian Bach und danach eine Komposition seines berühmtesten Sohnes Carl Philip Emanuel, das Adagio aus der Sonate g-Moll für Flöte und Cembalo (Bearbeitung Jan Janca), das endlich in die Rubrik "Tröstliches" passte.
Interessant wurde es dann wieder mit den Fanfarenklängen der "Batalla Imperial" von Juan Cabanilles. "Freudig" erklang danach das Praeludium von Christliebe Siegmund Binder, gefolgt von dem stillen "Der Mond ist aufgegangen" von Helmut Walcha.
Hans-Christian Tacke gab noch eine Zugabe, mit der er seine Zuhörer in einer eher heiteren Grundstimmung entließ. Sie hatten ein Konzert gehört, das viel technische Details und mehr melancholische als tröstliche Elemente enthielt.

Die düstere Grundstimmung überwog gegenüber den freudigen Anteilen, was für ein sommerliches Konzert eher ungewöhnlich erscheint.


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