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Jenny Erpenbeck

Wer sind wir, wenn wir sterben? Leseabend mit Jenny Erpenbeck

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Der Kirchenkreis Lübbecke lud zu einem eindringlichen Leseabend mit Jenny Erpenbeck ein, die für ihr Buch „Aller Tage Abend“ den Evangelischen Buchpreis erhielt. Gemeinsam mit Pianistin Daniela Geene gestaltete sie ein erschütternd schönes Hörvergnügen.
„Wer sind wir, wenn wir sterben?“, fragt Jenny Erpenbeck in ihrem Roman. Mit verstörender Präzision zeichnet sie Bilder eines möglichen Todes und lässt die Protagonistin fünf Mal wieder auferstehen. In welche Geschichten wäre das kleine Baby verstrickt worden, wenn es nicht am plötzlichen Kindstod gestorben wäre? - fünf Geschichten eines Sterbens und der bedrängenden Frage, wer stirbt? Wien, Moskau, Berlin sind Stationen auf dem Weg. Auf der Suche nach Realität und dem, was wahr ist, nimmt Erpenbeck die Hörerinnen und Hörer mit. Die feine und fragile Sprache öffnet für Mitgefühl, mit ihrer drängenden Frage nach dem, was ist, was sterben kann, kommt sie den Hörenden ganz nahe. Dabei bleibt sie radikal, gibt sich nicht zufrieden mit oberflächlichen Antworten, fragt weiter, immer weiter. Ihre Sprache seziert nüchtern ein Jahrhundert, in dem gelitten, verletzt, verfolgt und gestorben wurde. Da ist kein Raum für scheinheilige Sinnsuche, für Trost und Sinn, der hinter allen Fragen aufscheinen könnte, keine Beruhigung.“Schön wäre es, wenn der Zufall regiert, nicht Gott.“, gesteht ihre Figur schon zu Beginn. So malt sie ein verstörendes Gemälde an der Grenze von Leben und Tod. „Sie weiß mehr, als sie aushält.“ Am Ende der letzten Geschichte sagt die 90-jährige Protagonistin: „Ich habe geträumt, dass ich geträumt habe. Und dann war es kein Traum mehr.“
Erpenbeck fragt: „Welches Leben wäre möglich, wenn das Kind überlebt hätte? Welche Persönlichkeit hätte sich entwickeln können?“ - fünf Geschichten, fünf Mal die Geschichte eines Todes.
Erpenbeck fragt an der Grenze des Todes nach dem Leben, das in Geschichten verstrickt ist. Es ist ein leiser, ein ernsthafter Roman, der mit der bedrängenden Frage: Was bleibt? immer wieder verunsichert. Diese Fragen sind Ursprung religiöser Sinnsuche. Und wenn die gebürtige Ostberlinerin sich nicht selbst als Atheistin bezeichnet hätte, könnte man glauben, sie sei ein tief spiritueller Mensch. Es ist selten, dass Ausgedachtes der Wahrheit so nahe kommt.

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Daniela Geene bereicherte die Veranstaltung mit Frederic Chopins, Andant spianato, Felix Mendelsohn- Bartholdys Gondellied und Franz Liszts Liebestraum Nr. 3. Das Publikum wurde zu Beginn von den Tönen Chopins verzaubert. Das Werk wirkte wie Wassertropfen, die auf den Wellen tanzen, bis sie mit ihnen verschmelzen und sie die Hörerinnen und Hörer erfrischten. In Franz Liszts Liebestraum war die Entschlossenheit spürbar, nach dem Atem des Lebens zu suchen. In ihm kam es zu großer Berührung.
Der musikalische Leseabend beeindruckte das Publikum, das auch nach der Veranstaltung noch lange zusammenstand und nicht auseinandergehen mochte.

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Was wäre, wenn . . .

Jenny Erpenbeck beeindruckt mit ihrem Roman im Gemeindehaus Hüllhorst
Von Imme Lohmeyer-Lorek

Hüllhorst. Ein wenig Ironie birgt es schon in sich, wenn eine bekennende Atheistin mit dem evangelischen Buchpreis ausgezeichnet wird. Das ist jedoch der Fall bei Jenny Erpenbeck, die für ihren Roman "Aller Tage Abend" eben diesen Preis im letzten Jahr erhielt.

Die 1967 in Ostberlin geborene Autorin konnte Pfarrer Jürgen Giszas, Kulturbeauftragter des Ev. Kirchenkreises Lübbecke, für eine Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Lebenszeichen - 50 Tage im Frühling" gewinnen. Sehr natürlich wirkte die studierte Theaterwissenschaftlerin und gelernte Buchbinderin bei ihrem Vortrag im Gemeindehaus Hüllhorst. Musikalisch umrahmt wurde die Lesung von Daniela Geene, die Werke von Chopin, Mendelssohn-Bartholdy und Franz Liszt auf dem Klavier vortrug. Eine kleine, aber sehr interessierte Gruppe lauschte der Lesung.

Der vielfach preisgekrönte Roman beginnt mit dem Tod eines acht Monate alten Säuglings und der Trauer, die er auslöst. Erpenbeck fragt, was wäre, wenn das Mädchen weitergelebt hätte. Ein interessanter Schachzug, der sie beflügelt, eine Biografie in Kombination mit der Geschichte Europas im 20. Jahrhundert zu erzählen. An Schauplätzen wie Berlin, Wien oder Moskau streift sie Themen wie Nationalsozialismus, Kommunismus und Mauerfall und wirft Grundfragen menschlicher Existenz auf. Ihre Erzählweise ist dabei sehr modern. Im inneren Monolog der Hauptfigur offenbart sie dem Leser Gedanken und Gefühle.

Das Publikum folgte ihrem ungekünstelten Vortrag gespannt. Auch nach der Lesung zeigten sich die Zuhörer sehr interessiert und wissbegierig, was die Motivation der Autorin, ihr Werk oder ihre Lebenseinstellung betraf. Es kam eine rege Diskussion ins Rollen, bei der die Autorin erklärte, dass es ihr darauf ankäme, eine Figur von vielen Seiten aus zu betrachten und den Schwerpunkt auf die Verschiebung von Erlebnissen und Erinnerungen zu legen. Sie habe Stationen aus dem Leben ihrer jüdischen Großmutter in eingeflochten, das meiste sei jedoch erfunden.

Vom Theater habe sie gelernt, experimentierfreudiger zu werden. Dazu gehöre zum Beispiel, ihre Hauptfigur mehrmals sterben zu lassen. Eine Verfilmung des Romans sei nicht geplant, dafür gebe es aber eine Theaterfassung, die derzeit in Wien aufgeführt wird.

Die Zuhörer bedankten sich für ihre wunderbar verdichtete Sprache oder lobten ihre ausführliche Schilderung der Stadt Wien.


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