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Illu


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Worte der Besinnung

Ein neuer Monat hat begonnen und eine neue Woche liegt vor uns. Durch diese Tage werden wir von einem Wort aus dem Johannes-Evangelium begleitet: "Jesus Christus spricht: Ihr urteilt nach dem äußeren Schein. Ich urteile über niemanden." (Joh. 8,15)
Urteilen, ein Urteil über einen Menschen fällen, wenn er sich vor dem Gesetz strafbar gemacht hat, da sind die Gerichte zuständig. Da habe ich Gott sei Dank nichts mit zu tun.
Aber wenn sie, lieber Leser, einmal über das Wort "urteilen" nachdenken, dann fallen ihnen bestimmt andere Worte ein, die sinngemäß in die Wortfamilie passen, wie z.B. beurteilen, vorurteilen, verurteilen. Diese Worte kommen tagtäglich in unserem Lebensalltag vor. Jugendliche, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, müssen Beurteilungen vorlegen, um überhaupt eine Chance zu bekommen. Viele Chefs legen auf Beurteilungen über ein soziales und ehrenamtiches Engagement junger Menschen besonders viel Wert. Beim Einkaufen wägen wir ab, ob wir die etwas teuren Biolebensmittel kaufen oder die preisgünstigeren, ob wir uns von der aktuellen Mode beeinflussen lassen oder nicht. Auch Christenmenschen beurteilen ihre Glaubensgeschwister nach dem Grad ihrer Gläubigkeit. Ein gesellschaftliches Problem sind für mich immer noch die Vorurteile. Wie gehen wir mit unseren Mitmenschen um, mit den Menschen, die mit einer Behinderung leben müssen, mit den Alten, die uns zu einer Last werden, mit den andersartigen Menschen, die aus dem gesellschaftlichen Rahmen fallen.
Mich hat es vor einigen Tagen traurig und wütend gemacht, als ein Junge auf der Straße einer behinderten Frau den "Stinkefinger" gezeigt hat. Die Würde des Menschen ist unantastbar! Jeder Mensch, der über diese Erde geht, ist ein von Gott geliebter und mit Würde ausgestatteter Mensch. Wer mit dem Zeigefinger auf einen anderen Menschen zeigt, der sollte bedenken, dass drei Finger auf ihn zurückweisen. In der Geschichte von der Ehebrecherin, die unserem Monatsspruch vorangeht, erhebt Jesus nicht den Zeigefinger der Anschuldigung, wie die gesetzestreuen Juden. Jesus schreibt mit dem Zeigefinger etwas in den Sand und das Geschriebene wird vom Winde verweht. "Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!"
Die Ankläger ziehen sich nachdenklich zurück. Jesus schaut die Frau an und richtet sie auf. Während der synodalen Jugendfreizeit auf Spiekeroog haben wir uns mit dem Thema beschäftigt: "Gott zeigt Herz - wir zeigen Herz!" Ob uns das im Alltag gelingt? Herz-zeigen ist das Gegenmittel vom Urteilen, Verurteilen, Beurteilen, Vorurteilen!

Klaus-Peter Hüsemann
Jugendreferent Region Espelkamp


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