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Das Sommermärchen 2006 wiederholt sich. Superstimmung in Deutschland. Überall schwarz, rot, gold. Aber kein Nationalismus. Sondern einfach Freude über schöne Spiele der deutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft.
Auch Nicht-Fußballfans sind angesteckt. Das hatte man früher den Deutschen nicht zugetraut. Die Deutschen galten als verkrampft, eher depressiv, moralinsauer und stets an Ihre Pflicht denkend. Fröhliche Stimmung und ausgelassene Freude wurde eher den Südamerikanern oder Italienern zugeschrieben.
Diese neue deutsche Stimmungsart leuchtete in diesem Jahr schon bei Lenas Eurovision Song Contest – Sieg auf. Zehntausende jubelten ihr in Hannover zu, mit Deutschlandfähnchen in der Hand, beschwingt, singend und tanzend.
Dass sich so viele mit dieser jungen coolen Frau identifizieren, zeigt etwas von der Stimmungslage. Natürlichkeit, Gerade-aus-Sein, sich verzaubern lassen, liegt voll im Trend.
Es sind nicht die Zeiten der Politik, das, wie dort agiert wird, sich nur anschauen zu müssen, tut den meisten schon weh. Aber selbst die Politik vermag in Deutschland zur Zeit die Stimmung nicht zu mindern..
Was hat das nun alles mit Jesus zu tun? Müssen wir als Kirche nicht auch auf den Jesus hinweisen, der nicht nur in vollen Zügen gelebt hat, sondern am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist! Und auf die Tiefen des Lebens und auf die Tiefe des Glaubens verweisen!
Ja, das müssen wir und tun wir auch!
Aber wir können uns auch richtig mitfreuen. Unser ganzes Leben ist ein Fest, gerade weil Jesus für uns starb und mit uns lebt. Von Jesus lernen wir die Leichtigkeit des Seins. Und leben sie im Geiste Jesu als Christen. In lebendigen, befreienden Gottesdiensten, die in vielen Gemeinden gefeiert werden, an Festen in den Gemeinden oder auf den großen Kirchentagen, die das Bewusstsein inspirieren und verändern. Paulus spricht von den Christen als den Mitarbeitern der Freude (2. Kor. 1,24). Ansteckende Freude ist wie ein frischer Windzug, der die muffige Luft der Dauerstönerei, Resignation und der miesen Stimmung wegbläst.
Sommermärchen 2010, Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, das erinnert mich an den Afrikaner in der Bibel, der sich zu Jesus bekennt und sich taufen lässt, und von dem es dann heißt:
Und er zog seine Straße fröhlich!(Apg 8, 39)

Roland Mettenbrink, Pfarrer in Pr. Ströhen