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„Ruht ein wenig aus…“

„Ruht ein wenig aus…“


Liebe Leserinnen und Leser!
Der Evangelist Markus berichtet uns von der folgenden Aufforderung Jesu an seine Jünger: „ Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.“
Wir Menschen brauchen Zeiten der Ruhe und Erholung, sonst drohen wir zu „Maschinen“ zu werden, die nur noch rotieren. Ein Leben, das sich nur um die Pole „Arbeit“ und „Leistung“ dreht, führt eher zu Frust als dass es wirkliche Erfüllung brächte. Das berüchtigte „Burn-out-Syndrom“ ist häufig ja auch eine Folge der Überarbeitung von Menschen, die für sich persönlich keinen Ausweg aus dem Kreislauf von Ansprüchen anderer und der eigenen Überforderung sehen.
„Ruht ein wenig aus“, fordert uns Jesus auf. Fünf Begriffe sind mir eingefallen, als ich über die jetzt angebrochene Ferienzeit nachdachte: „Ausruhen“, „Freude haben“, „Genießen“, „Neues Entdecken“. „Reisebegleitung“.
Die Evangelien berichten uns immer wieder, dass Jesus „Auszeiten“ nahm. Er stieg dann häufig auf Berge – ein Bild dafür, einmal „auszusteigen“ und das Leben aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Im Gebet nahm er Kontakt mit seinem Vater auf, um im Gespräch mit ihm die Dinge in Ruhe anzuschauen und neue Kraft zu bekommen.
Freude haben – das könnte bedeuten: einmal die Dinge tun zu können, für die sonst wenig Zeit übrig bleibt: mit den Kindern ausgiebig spielen, ein gutes Buch lesen, Besuche bei Freunden oder lange Spaziergänge, die mich Neues entdecken lassen. Der Apostel Paulus ermutigt uns, Freude zu haben. Er, der sonst sich und den anderen einiges an Aufmerksamkeit und Leistung abverlangte, spricht auch davon, dass Gott unsere Leiden und Trostlosigkeiten mitträgt, damit wir vergnügt, erlöst und befreit leben können.
Leben heißt aber auch und immer wieder: Anstrengung und Last. Mit fällt das Volk Israel ein, dass auf seinem Weg durch die Wüste nach der Befreiung lange „Durststrecken“ der Entbehrung erleiden musste. Aber Gott ließ sein Volk nicht im Stich und gab ihm die lebensnotwendige Nahrung. Welch ein Genuss nach all den Entbehrungen.
Immer wieder berichtet uns die Bibel auch von Menschen, die nicht in ihrem Alltag blieben, sondern offen für Neues waren. Häufig hieß dies, aufzubrechen, sich auf den Weg zu machen. Viele Menschen werden in den kommenden Wochen verreisen. Hoffentlich bleiben sie dann nicht nur in den abgesperrten Touristengettos, sondern nutzen auch die Chancen, neue Länder zu erkunden und andere Lebensstile kennenzulernen.
Ich wünsche ihnen dabei auch eine gute Reisebegleitung. Es tut einfach gut, sich mit Freunden oder Familienangehörigen auszutauschen und so auch Urlaubserfahrungen wertvoll werden zu lassen. Übrigens gibt es auch in der Bibel eine ganze Anzahl von Reisegeschichten mit dem Hinweis, dass Gott dabei war – ob durch andere Menschen, in der Gestalt eines Engels oder einfach nur durch seine segnende Gegenwart.
Ihnen alle wünsche ich eine schöne, entspannte, erfüllte, spannende, genussvolle und erholsame Zeit.
Wolfgang Brinkmann


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