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Pfarrerin Sabine Heinrich
Liebe Leserinnen und Leser,
wie war der Urlaub, ich hoffe, ihr habt euch gut erholt, so begegnen wir uns in der letzten Woche der Sommerferien. Wo auch immer man den Sommer verbracht hat, tut es gut, mal für eine Zeit lang einen ganz anderen Rhythmus zu leben, etwas Anderes zu erleben, Zeit zu haben für andere Menschen und für sich selbst.
Auf der Heimreise aus dem Urlaub mit meiner Familie ist vor allem bei unseren Kindern immer große Freude und Aufregung zu spüren, je näher wir an Lübbecke kom-men.
Wir nehmen dann unser Zuhause ganz neu und zunächst auch ein wenig fremd wahr. Die Kinder rennen gleichzeitig in ihre Zimmer, begrüßen ihre Spielsachen, ihr Bett, mit den Worten: „Was, so sieht mein Zimmer aus?“ Die Anspannung lässt nach, wir sind angekommen mit einer Gefühlsmischung aus Erleichterung, Dankbarkeit und vor allem auch Neubeginn.
Ich fühle mich dabei jedes Mal an Janoschs Kinderbuch „Oh wie schön ist Panama“ erinnert.
Es erzählt vom Tiger und dem kleinen Bären, die in einem kleinen Haus mit Schornstein leben. Als der Bär eines Tages im Fluss eine Kiste mit der Aufschrift "Panama" findet, beschließen beide nach Panama zu gehen, denn Panama ist das Land ihrer Träume. Da sie den Weg nicht wissen, bauen sie aus sich aus der Kiste einen Weg-weiser.
Unterwegs erleben sie sehr viel und lernen andere Tiere kennen, die sie nach Panama befragen. Eines Tages kommen sie zu einem verfallenen Haus mit Schorn-stein. Der Wind und der Regen hatte ihr altes Haus ein bisschen verwittern lassen, so dass sie es nicht wiedererkennen. Sie renovieren es und ziehen ein in das Haus in dem Land ihrer Träume.
Nach einer Zeit der Erholung können wir auch unseren Alltag, unser Zuhause, mit anderen Augen sehen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Sommer auch Abstand gewinnen konnten, Abstand vom Alltag, von dem, was uns Sorgen macht und uns belastet.
Vielleicht haben Sie die Erfahrung machen dürfen, wie schön es ist, einmal zur Ruhe zu kommen. Diese Erfahrung sollten wir mitnehmen in den Alltag, der nach dem Urlaub manchmal schneller als uns lieb ist wieder beginnt.
Jesus selbst hat oft die Ruhe gesucht und auch zu seinen Jüngern gesagt: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“ (Mk 6,31) Er wusste, dass sie Ru-he nötig hatten, weiß auch, dass wir Ruhe nötig haben.
Wir brauchen einen geregelten Rhythmus von Arbeit und Entspannung. In meinem Alltag kann ich mich nur gut zurechtfinden, wenn ich ihn immer mal wieder aus der Distanz betrachten kann.
Gott hat uns dazu den Sonntag geschenkt, den Tag der Ruhe als eine Insel in der Betriebsamkeit des Alltags.
Sechs Tage Arbeit und dann ein Tag der Ruhe und des Genießens, so erzählt es das 1. Buch Mose. Der siebte Tag ist der Höhepunkt der Schöpfung für Gott und die Menschen. Mindestens alle sieben Tage sollte es das ganze Jahr solche Zeit-Inseln geben. Das kann uns die Gelassenheit geben, nicht alles von den Ferienwochen zu erwarten, sondern auch das eigene Zuhause im Alltag wie das „Land unserer Träume“ anzusehen. Vielleicht sagen Sie ja auch, wenn Sie diese Zeilen in der Samstagsausgabe Ihrer Zeitung gelesen haben:
„Gott sei Dank, morgen ist Sonntag, denn ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage.“
Ihre Sabine Heinrich, Pfarrerin in der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lübbecke