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Singt das Lied der Freude über Gott!

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Singt das Lied der Freude über Gott!
Lobt ihn laut, der euch erschaffen hat.
Preist ihn, helle Sterne, lobt ihn, Sonne, Monde,
auch im Weltall ferne seine Ehre wohnt.
Preist ihn, ihr Gewitter, Hagel, Schnee und Wind.
Lobt ihn, alle Tiere, die auf Erden sind.
Stimmt mit ein, ihr Menschen, preist ihn, groß und klein,
seine Hoheit rühmen soll ein Fest euch sein.
Er wird Kraft uns geben, Glanz und Licht wird sein,
in das dunkle Leben leuchtet hell sein Schein:
Singt das Lied der Freude über Gott!

Das Lied, das uns auffordert, das Lied der Freude über Gott zu singen, wurde im Jahr 1967 von dem Kirchenmusiker und Pädagogen Dieter Hechtenberg geschrieben.

1967: Noch hat kein Mensch seinen Fuß auf den staubigen Boden des Mondes gesetzt und noch sind die Studenten nicht auf die Straße gegangen, um den Talaren den Muff von tausend Jahren auszutreiben.

Doch begann der Welt und damit auch der Kirche der damaligen Zeit allmählich zu dämmern, dass Verantwortung für das Geschehen auf der Erde in weit größerem Maße übernommen werden muss, als man es bis dahin gewohnt war zu denken: die Zeit des globalen politischen Denkens begann.

Heute leben wir in einer globalisierten Welt und sehen die zu lösenden Probleme in ihrer ganzen Tragweite.

Erreicht uns da die Aufforderung zum Lob überhaupt noch? Und: was erreicht das Loben?

Ist es nicht angemessener zu klagen? Oder zu schweigen?

Doch: wer lobt, würdigt den, den er lobt. Wer Gott lobt, würdigt ihn als Schöpfer des Lebens. Wer Gott lobt, wird sich seiner eigenen Bestimmung bewusst. Wer Gott lobt und sich als sein Geschöpf begreift, wird sich auch seiner Verantwortung im Umgang mit den Grundlagen des Lebens bewusst werden.

Es ist nicht ohne Bedeutung, dass im Lied kein Einzelner angesprochen wird, sondern immer eine Mehrzahl: helle Sterne, alle Tiere, ihr Menschen.

Das Lied fordert uns auf, Gott laut zu loben. Wer andere zum Loben, wer zum lauten Singen auffordert, der erwartet eine Äußerung, die über das Normalmaß hinausgeht, der erwartet Entäußerung. Das kann nur gelingen, wenn ich mich von einer Gemeinschaft getragen weiß. Es ist sehr unangenehm, inmitten einer schweigenden Gruppe laut zu singen. Alle müssen es tun, sonst gelingt es nicht.

Gelingt aber das Lob in Gemeinschaft, so kann ich gerade im Singen einen Rückhalt spüren, der mir Kraft gibt, auch drängende Fragen anzugehen. Und im Gesang erhalten die Singenden eine gemeinsame Orientierung, die ihnen auch für ihr gemeinsames Nachdenken die Richtung zeigt.

Der kommende Sonntag steht unter dem Aufruf: Kantate! Singt! Ich wünsche Ihnen den Mut, kräftig in die schönen Lieder der christlichen Kirchen einzustimmen. Und ich wünsche Ihnen die Erfahrung, durch sie getragen, ermutigt und bewegt zu werden.

Heinz-Hermann Grube
Kreiskantor für den Kirchenkreis Lübbecke

 

 

 

 


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