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Illu


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Im Regen stehen

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Pfarrer Thomas Horst

Der Sommer 2010 hat es in sich. Nach der Jahrhunderthitze kommt Regen über Regen. Die Nachrichten sind voll von Meldungen über Hochwasser. Eine Katastrophe folgt der anderen. Aus Asien, Europa, auch in der näheren Umgebung muss mit großem Eifer und viel Spendenbereitschaft Hilfe geleistet werden. Dass mal mehr und mal weniger Regen fällt, brauchte nicht unbedingt Anlass zu tieferem Nachdenken werden. Doch häufen sich in den vergangenen Jahren solche Ereignisse.Die Natur ändert sich. Das Wetter als Teil der Natur lässt uns das deutlich spüren. Versicherungstechnisch gibt es den Begriff der „höheren Gewalt“. Und sobald der Nachrichtensprecher im Fernsehen wieder von „sintflutartigen Regenfällen“ spricht, dann kann ich nicht anders, dann höre ich Religion im Spiel.Eine der bekanntesten Erzählungen des Alten Testaments hat die Sintflut zum Gegenstand. Der Held der Geschichte ist Noah. Er und seine Familie entgehen der Sintflut zusammen mit den Tieren, die er in der Arche gerettet hat. Nun hat diese Erzählung eine weniger bekannte Einleitung und einen bemerkenswerten Abschluss.
Die Erzählung von der Sintflut beginnt damit, dass der HERR die Bosheit der Menschen sieht. Da bereut er, dass er die Menschen überhaupt geschaffen hat und will sie wieder vernichten.
Der biblische Erzähler liefert damit schon eine Deutung der Naturkatastrophe: Sie stellt eine Strafe dar für menschliche Bosheit.
Und sogleich sträubt sich alles in mir gegen diese Deutung: Haben denn die Menschen, die vom Hochwasser betroffen sind, mehr Bosheiten begangen als die anderen? Wenn schon Strafe wegen höherer Gewalt, warum dann nicht an denjenigen, denen auch Schuld gegeben werden muss? Und wenn Schuldzuweisung gegeben wird, wer ist denn dann schuld daran, dass es mal so viel regnet?
Manches Mal wird gesagt: „Ja, am Wetter können wir ja nichts machen.“ Natürlich kann der einzelne mit seinen begrenzten Möglichkeiten kein Unwetter verhindern. Zugleich aber ist auch wahr, dass infolge „unseres“ Lebensstils Natur und Klima sich verändern, dass die Pole der Erde schmelzen und weniger Wasser zu Eis gebunden ist, also gleichzeitig mehr Wasser freigesetzt ist. In dem Moment, da der Mensch die Natur vergisst, rächt sie sich. Und sie achtet nicht darauf, ob auch wirklich „nur“ die Schuldigen getroffen werden.
Zurück zur biblischen Erzählung: Ihr bemerkenswerter Schluss ist ein Bund zwischen Gott und Noah. Ein richtiger Bund kann natürlich nur funktionieren, wenn er von beiden Seiten eingehalten wird. Der Regenbogen als Zeichen dieses Bundes soll daran erinnern: Solange die Erde steht, soll nicht aufhren Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.





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