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Illu


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Ein Stück vom Himmel

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Britta Mailänder
Pfarrerin in Nettelstedt
Seelsorgerin im Evangelischen Alten- und Pflegeheim Lübbecke

„Was steht ihr da und seht zum Himmel?“ So werden die Jünger damals gefragt. Sie hatten gesehen, wie der auferstandene Jesus vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen wird. Und nun können sie den Blick nicht abwenden. „Was steht ihr da und seht zum Himmel?“ Ein wenig vorwurfsvoll klingt das. Ganz nach dem Motto: „Hört endlich auf zu träumen. Wendet euch lieber der Erde zu. Im Himmel, da gibt es nichts zu sehen.“
Ich möchte ihn mir trotzdem nicht nehmen lassen, diesen Blick in den Himmel.
Denn: Wenn der Blick nach oben versperrt ist, wenn ich aus Angst vor dem Scheitern keinen Schritt mehr weitergehe, wenn ich nur in und von dieser Welt lebe, wenn ich keinen Blick zum Himmel mehr wage, dann macht sich Enge breit. Dann wird es eng für die Seele.
Und deshalb: Ich möchte ihn mir nicht nehmen lassen, diesen Blick in den Himmel.
Denn der Blick hinauf in den freien Himmel lenkt meine Augen und Gedanken weg von dem, was mich einengt. Von dem, was mich manchmal so sehr gefangen hält, dass ich ganz mutlos und verzweifelt bin.
Es tut gut, mich ab und zu von dem zu lösen, was mich im Alltag bindet. Und sei es nur für einen Augenblick. Diese Momente sind wie eine Atempause, wie ein tiefes Luftholen, bis sich Körper, Geist und Seele weiten.
Und angesichts dieser Weite verlieren auch die Sorgen und Belastungen, verlieren auch die Hindernisse und Barrieren, die mir im Alltag das Leben manchmal schwer machen, etwas von ihrer Schwere.
Der Himmel, der sich unendlich über uns spannt, eröffnet mir einen neuen Blickwinkel auf die Grenzen, in denen ich lebe. Unter freiem Himmel können auch der Kopf und die Seele frei werden. Kein Wunder also, dass der Himmel seit jeher als der Ort Gottes gilt.
Es ist der Gott, der uns nahe kommen möchte. Der das Leben mit uns teilt. Dem ich meine Sorgen anvertrauen kann. Der unsere Grenzen weitet und sogar den Tod überwunden hat. Der möchte, dass wir Menschen befreit und aufrecht leben können. Umgeben und umhüllt von seinem Himmel.
Sein Versprechen gilt dabei auch uns: „Ihr seid nicht allein. Ihr seid nicht verlassen. Ihr werdet in dieser Welt aus einem neuen Geist leben, denn die Welt und ihre Menschen müssen nicht so bleiben, wie sie sind.“
Der Blick in den Himmel hält eine Sehnsucht dafür offen, dass die Welt, wie wir sie erleben, nicht die endgültige ist.
Mir tut er gut, dieser Blick in den Himmel – gerade damit ich mit beiden Beinen auf der Erde stehen kann.


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