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Illu


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Wann kommt das Reich Gottes?

Worte der Besinnung



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Novembertage.



Trist, traurig, trüb. Die Sehnsucht nach Licht und Wärme nimmt zu. Wir können die behaglichen, gemütlichen Dezembertage im Kreis unserer Lieben kaum mehr abwarten. Denn wir sehnen uns alle nach nach Frieden und Zufriedenheit. Wir möchten in einer schönen, heilen Welt leben, träumen von Harmonie in unseren Familien und vom großen Weltfrieden. Doch dieser Traum zerplatzt immer wieder an der Realität.

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In tausend Scherben zerbricht er, so wie am 09. Novemver 1938. Damals, in der Reichspogromnacht, griffen Deutsche die Geschäfte jüdischer Mitbürger an und zerstörten sie. Sie lösten eine Welle der Gewalt im ganzen Land aus. So bereiteten sie den Boden für weitere unerträgliche Grausamkeiten und schließlich sogar Morde an jüdischen Frauen, Männern und Kindern. Vermutlich gab es auch in jener Nacht Menschen, die das brutale Vorgehen gegen die Juden ablehnten. Die nicht verstehen konnten, warum die, die vorher zufriedene Kunden gewesen waren, nun mit Wut ihre Hand gegen die jüdischen Kaufleute erhoben. Wahrscheinlich gab es damals auch einige, die hofften, dass bald wieder Frieden einkehrt. Einige wenige träumten vom geheilten Miteinander, die meisten aber vom „Sieg Heil!“.
Etwa 1900 Jahre zuvor wird Jesus gefragt„Wann kommt das Reich Gottes?“ (Lukas 17,20-24). Hinter dieser Frage verbirgt sich die Sehnsucht der Juden, endlich von der römischen Herrschaft befreit zu werden und ihr politisches und religiöses Leben selbst gestalten zu können.
Jesus antwortet: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Das Reich Gottes, das wir mit Frieden und Heil verbinden, ist also schon da! Übersetzen wir wörtlich, so sagt Jesus: „Das Reich Gottes ist innerhalb von euch!“ Das heißt, Frieden und Heil sind in uns, liegen in unserem Verfügungsbereich! Warum haben wir dann noch nicht den Himmel auf Erden?
Liegt es vielleicht daran, dass wir den falschen Leitbildern nacheifern, die dann Leid-bilder hervorbringen? Wenden wir uns noch einmal dem 09. November zu. Überall in Deutschland werden an diesem Tag Menschen bei Kerzenlicht zusammenstehen, Christen wie Juden. Sie reichen einander die Hand und suchen nach Versöhnung.
Auch in Leipzig und Berlin brennen Kerzen. Menschen erinnern sich an den Mauerfall vor 20 Jahren. Friedensgebete und friedliche Demonstrationen führten die Wende herbei. Menschen orientieren sich an Jesus Christus. Sein Weg war nicht frei von leidvollen Erfahrungen, aber voller Frieden und Versöhnung. Er hat uns gezeigt, was es heißt, das Reich Gottes in sich zu haben.
Nämlich so zu handeln, dass es eine heilvolle Wirkung für die Nächsten hat. Orientieren wir uns an Jesus, so ist das Reich Gottes in und mitten unter uns. Es ist wahrlich noch nicht vollendet. Aber es gibt immer wieder ermutigende Beispiele, die zeigen, dass sich das Reich Gottes nicht aufhalten lässt. Wir alle bauen daran mit.

 

 





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