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Wir stehen vor der Wahl. Morgen wird über die nähere
Zukunft unseres Landes entschieden.
Ich hoffe, viele von uns nehmen ihre
Verantwortung ernst und gehen wählen. So viel Zeit muss sein!
Vor über 3.000 Jahren gab es für die Stämme Israels
auch eine Wahl. Auf dem Landtag in Sichem legte Josua seinem Volk die Wahl vor:
Fluch oder Segen? Was wählt ihr?
Fluch hieß Eroberung des von Gott versprochenen
Landes - aber ohne Gott, aus eigener Kraft, nach eigenem Maßstab. Segen hieß eine
Landnahme, wo Gottes Verheißungsgeschichte, die 10 Gebote und das Bekenntnis zu
diesem lebendigen Gott immer eine Rolle spielen sollten. Das Volk wählte den
letzten Weg - mit Gott. Es wurde sichtbar gesegnet.
Die Grundsatzfrage ist interessant: Fluch oder Segen?
Müssen wir unser Leben selbst schaffen und handeln, als gäbe es Gott nicht?
Oder gibt es eine vorgelegte Segensspur, der wir nachfolgen können? Sie kann
uns helfen, gut und fair zu entscheiden und anderen ein Segen zu werden.
An Lebensknotenpunkten treffe ich auf Menschen, die
auch vor dieser Frage stehen und sich Zeit dafür nehmen. Bei der Taufe etwa.
Mögen wir Gott danken für seine kostbare Leihgabe und bitten um Begleitung fürs
Kind? Oder vor der Hochzeit: Liebe übernimmt Verantwortung und gestaltet
Zukunft - mit Gottes Hilfe.
Aber auch mitten im verplanten Alltag tauchen Fragen
auf: War das alles? Habe ich nun nichts Gutes mehr zu erwarten? Nicht erst
Midlifecrisis oder Burnout signalisieren die Sinnkrise.
Und schließlich begegne ich vielen Menschen auf dem
letzten Wegstück: Es gibt ein Ende, das alles anders gewichtet. Was bleibt, und
was kommt danach?
Unser Leben stellt uns vor die Wahl: Segen oder
Fluch? Mit Gott und mit jungen und älteren Menschen, die diesen Weg teilen?
Oder doch eher nach eigenem Geschmack und dann auch bis zum bitteren Ende
allein?
Wahrscheinlich denken wir wie viele andere: Ach, ich
bin zu jung, um an Gott zu glauben! Ich bin zu verliebt! Ich bin zu
beschäftigt! So schieben wir die Frage vor uns her. Dann wird es naturgemäß
auch einmal heißen: Zu spät, um an Gott zu glauben.
Gott gibt uns kein plakatives Wahlversprechen,
sondern handelt. In seinem Sohn Jesus Christus wurde er Mensch und trat an
unsere Seite: "Ich bin für euch alle Tage da, wie ein guter Hirte. Ich setze
mein Leben ein, um meine Schafe zu retten."
Segen oder Fluch, Tod oder Leben? Die Wahl lohnt
sich. Nehmen Sie sich die Zeit! Wählen Sie - um Gottes willen - das Leben!
Antje Kastens, Pfarrerin in Pr. Oldendorf