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Irgendwie liegt es in der Luft,umkreist uns, erreicht uns, irgendwie: Das Thema Umdenken: Unser Leben, unseren Lebensstil, das, wonach wir uns richten, was uns etwas bedeutet, wofür wir bereit sind, uns anzustrengen. Unsere Vorstellungen von gelungenem Leben. Als Einzelne, als Familie, als Gruppe, als Gesellschaft.
Irgendwie erreicht es uns, dieses Thema: Nicht alle, natürlich nicht, aber doch immer mehr. Es gibt so eine Spur von Unsicherheit, von Skepsis, von: „Wie kanns denn gehen“? Rezeptsuche.
Kochbuch aufschlagen – nachlesen – nach Anweisung Schritt für Schritt vorgehen – und: Fertig!
Wir hätten gern die einfachen, die schnellen Rezepte für unser Leben. Schade eigentlich, dass uns die keiner so wirklich liefern kann.
Na ja, und die globalen Herausforderungen, die Finanzkrise, die Erinnerung an den 11. September, die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich, da kann man schon mutlos werden, sich irgendwie arrangieren und hoffen, dass es sich zurechtruckelt.
Bringt das die Stimmen in mir wirklich zum Schweigen? Ich hoffe nicht, liebe Leserinnen und Leser. Vor dem Umdenken steht das Nachdenken. Die schnellen Antworten und Rezepte haben wir nicht, und ich finde das auch gar nicht schlimm. Mich ermutigt, dass Menschen wieder fragen, hinterfragen, sich Gedanken machen, sich berühren lassen, und dass Lebens-und Gesellschaftsentwürfe befragt werden. Darin liegt eine große Chance! Und Krisen ermöglichen ja-bei allem Schrecklichen und Schweren- uns neu zu entscheiden. Neu zu wählen. „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“. So heißt es schon bei dem Propheten Micha im Alten Testament. Ja, wir haben Orientierung – und müssen doch immer wieder daran erinnert werden, manchmal auch durch schmerzliche Erfahrungen. So sind wir. Und so dürfen wir sein. Gott kennt uns und erinnert uns. Wir dürfen antworten und uns verhalten, als Menschen, die einander brauchen und füreinander eintreten.
Irgendwie liegt es in der Luft, umkreist uns, erreicht uns. Aber nicht irgend etwas. Sondern Gottes Heiliger Geist. Als Mahner. Als Mutmacher, am Ball zu bleiben. Für uns, unsere Familien, unsere Gemeinschaft, unsere Gesellschaft. Für jede und jeden Einzelnen.
Anette Prote
Pastorin im Krankenhaus und im Hospiz