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Illu


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Menschlichkeit braucht Unterstützung

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Glaub an mich! Gib mir eine Chance! Vielleicht sind Ihnen ja die Plakate der Diakonie mal aufgefallen in den letzten Wochen: Der freundliche Blick eines Jugendlichen und das anrührende Lächeln eines kleinen Mädchens, deren Eltern nicht aus Deutschland zu stammen scheinen, werben um die Wahrnehmung ihrer Situation. 

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Da kann ich kaum Nein sagen wenn ich so in ein Einzelschicksal hineingezogen werde. Und dann der Leitsatz, der unter allen Plakaten steht: Menschlichkeit braucht Unterstützung.  

Selbstverständlich braucht ein Jugendlicher, der seinen Weg noch nicht gefunden hat, Unterstützung. Natürlich sollen die Kinder aus Migrantenfamilien eine Chance haben.  

Wenn mir das auf großen Werbeplakaten begegnet, sind solche Appelle aber auch unangenehm. Bei mir als Einzelnem stellt sich schnell ein Gefühl von Überforderung ein, wenn ich so direkt um Unterstützung gebeten werde: „Was kann ich schon tun…..“, „Da kann man sowieso nicht viel ändern…“, „woanders, in diesen Tagen besondern in den Katastrophengebieten im Pazifik, ist doch viel mehr Not, als hier in Deutschland…“, „ich bin ja schon froh, wenn ich meinen Alltag schaffe und mit meinem Geld gerade so hinkomme….“ 

Der Appell an die Menschlichkeit der Menschen untereinander führt schnell in Sackgassen, weil moralischer Druck zwar ein schlechtes Gewissen hervorruft, aber nicht unbedingt die Kraft gibt, auch wirklich zu handeln. 

Der Wochenspruch aus der Bibel für die kommende Woche öffnet da eine andere Perspektive: Im 1. Brief des Johannes heißt es: Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder und seine Schwester liebe.  

In der Erfahrung der ersten Christinnen und Christen war klar, dass erst aus dem Vertrauen zu Gott die Nächstenliebe, die Menschlichkeit wächst. Die Kraft, andere zu unterstützen gewinne ich nicht in erster Linie aus einer rationalen moralischen Überzeugung heraus, sondern vielmehr aus der Erfahrung, ein von Gott geliebter Mensch unter Menschen zu sein.  

Also erst einmal: „Meine Menschlichkeit braucht Unterstützung“ Und wenn ich mir die im Vertrauen zu Gott suche, können mir unvermutete Gaben zuwachsen: Die Fähigkeit, abgeben zu können, um die Arbeit der Diakonie oder anderer Hilfsorganisationen vor Ort und in der Welt möglich zu machen. Die Kraft, Zeit einzusetzen, um ehrenamtlich denen nah zu sein, die Unterstützung brauchen. Und nicht zuletzt: Die Freiheit, schnelle Urteile über Menschen in Frage zu stellen und auch mir Fremde liebevoll mit menschlichem Maß zu messen.

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Pfarrer Matthias Rausch


 





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