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Dr. Hans-Detlef Hoffmann, Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen. Foto: EKvW
Die
dringend notwendige Umkehr von Habgier und Rücksichtslosigkeit ist
möglich – nicht aus moralischer Anstrengung, sondern als Geschenk
Gottes. Diese Botschaft zum Buß- und Bettag hat Dr. Hans-Detlef
Hoffmann am Mittwoch (18.11.) in Bielefeld unterstrichen.
Der
Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen
schilderte im Gottesdienst in der Altstädter Nicolaikirche die Folgen
des menschlichen Egoismus: „Unsere Gier, alles zu haben und alles zu
können, alles für uns besitzen zu wollen, macht diese Welt kaputt,
unsere Rücksichtslosigkeit, unser Leben auf Kosten der anderen, der
Armen – sie ist der eigentliche Skandal.“ Die Armut der Vielen in der
Zwei-Drittel-Welt sei das Ergebnis einer
raumgreifenden, alle
Grenzen missachtenden Habgier: „Finanzkrise und Klimakatastrophe, von
uns gemacht, treffen die, die daran keinen Anteil haben und sich am
wenigsten schützen können.“
Gott aber wende sich in Jesus
Christus den Menschen zu: Das verdiente Strafgericht verwandle er in
Gnade und Vergebung. Diese Umkehr Gottes mache die menschliche Umkehr
möglich: „Gott schenkt dem Untauglichen durch geschenkte, zugetraute
Tauglichkeit einen neuen Anfang.“ Seine Liebe gehe dem Verlorenen immer
noch nach, „wo Nützlichkeitsberechnungen längst den Schlussstrich
gezogen haben müssten“. Die menschliche Verantwortung vor Gott bleibe
bestehen – aber die Umkehr, die Menschen nicht aus sich selbst heraus
schaffen, sei nicht länger eine unerfüllbare Forderung.