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Wer es wissen wollte, der konnte erleben: Kirche ist nicht von gestern geschweige denn langweilig oder konturenlos. Unter dem Motto: „Have a break! Set di dal! Setz Dich erst einmal, komm zur Ruhe!“ bot der Kirchenkreis im Lübbecker Land viele Möglichkeiten, Kirche in ihrer Wahrhaftigkeit und bunten Vielfalt zu erleben.
Es war ein Fest des Glaubens und ein Fest der Ehrenamtlichen, das im Berufskolleg, am Alten Amtsgericht, in der katholischen und evangelischen Kirche und in der Kreissporthalle freundliche Zugewandheit ausstrahlte.
Dabei hieß zur Ruhe kommen zum einen, wie es im Kirchentagslied gesagt ist: „Hör auf den Ton, der in uns allen unsere Seele atmen lässt“. Es hieß aber auch aktive Ruhe, gemeint ist das Tun, das aus dieser Kraft kommt. Wer es wissen wollte, der konnte spüren: Ein Leben ohne Wahrheit ist Lüge, ein Leben ohne Liebe bedeutungslos.

Der Eröffnungsabend am Freitag stand im Zeichen der Musik: Jugendliche Bands aus dem Lübbecker Land wie die No Names VIP machten den Anfang unter der frischen Moderation von Pfarrerin Melanie Erben. Swingendes Gotteslob verwandelte das Foyer des Berufkolleg in einen Raum spiritueller Lebendigkeit.
Roger Bretthauer und Vokal Fatal verstanden es wieder einmal in hochprofessioneller Weise, nicht nur die Herzen wippen zu lassen. Das Foyer war proppenvoll und swingte mit Auch die Lejazzteniker begeisterten durch ihre Leichtigkeit.

Ob in wunderbaren Improvisationen mit dem elektronischen Saxofon, das auch liebevoll „Handstaubsauger genannt wurde, und E Gitarre, dem bezaubernden Lied „My Song“, das wie ein filigranes Glockenspiel klang, oder bei einem Lied, in dem es heißt: „Du bringst mein Herz zum Lächeln“, immer war hohe Professionalität und berührender Ausdruck spürbar. Nicht nur das Berufskolleg platzte aus allen Nähten, auch die St.Andreas-Kirche war bei der „Nacht der Lichter“ bis auf den letzten Platz gefüllt, so dass die Gesangbücher nicht reichten
Hier konnten die Menschen, unter ihnen auch viele Jugendliche, abschalten und zur Ruhe kommen. Mit biblischen Texten und Taizé - Gesängen entstand eine Atmosphäre von Stille und Konzentration. Kreiskantor Heinz- Hermann Grube begleitete die fast 300 Gemeindeglieder und zuletzt einige Unermüdliche tapfer über zwei Stunden.

Die Geschichte von Maria und Martha stand im Mittelpunkt der Bibelarbeiten am Samstag, den zweiten Tag. Die ökumenische unter der Leitung von Pfarrerin Hilke Vollert und Benediktinerpater Jonathan Düring fand in der katholischen Kirche statt. Ca. 60 ließen sich von der frischen Art des Paters anstecken. Hier wurde nicht über etwas gesprochen, sondern man war gleich mittendrin im Leben und im Glauben, in der Stille und in der Aktivität und den Konflikten, die die Pole von aktiv und passiv mit sich bringen.

Mit einer Wippe im Altarraum wurde anschaulich, dass es ein ständiges Ausbalanzieren braucht, um in der eigenen Mitte zu sein. Bärbel Kuhlemann und Gabriele Schnabel unterstützten die Bibelarbeit musikalisch.

Weiter ging es mit dem Markt der Möglichkeiten und vielen wunderbaren Angeboten für Kinder und Jugendlichen, die auch gut besucht wurden. Ob bei den Partnerschaftsgruppen, Terres des Hommes, Frauenarbeit, Hospitz, Diakonie oder Wittekindshof, spürbar wurde: Kirche lebt von den Ehrenamtlichen, die sich einsetzen für andere, die wiederum durch die Arbeit beschenkt werden.

Immer wieder nahmen Menschen auf dem „Roten Sofa“ der Krankenhausseelsorge Platz.

Die Tanzgruppe I Themba aus Südafrika zog Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in ihren Bann. Wer hoch hinaus wollte, hatte Gelegenheit zum Klettern.

Still und fantasievoll ging es bei „Spot an!“ zu. Mit Taschenlampen musste die Geschichte von Maria und Martha ausgeleuchtet werden.



Zwischendurch kam es zu vielen Begegnungen, man hörte immer wieder: „Schön, dass Du auch da bist.“

„Eine Nacht im Himmel“, so lautete der Titel der Veranstaltung am Abend. Alle Gemeinden hatten ein Puzzelteil gestaltet, das sie unter großem Beifall der über 1000 Besucherinnen und Besucher in die Kreissporthalle trugen.

Das Gesamtkunstwerk war sehr berührend und beeindruckend. Pfarrerin Sigrid Mettenbrink moderierte die „bezaubernde“ Veranstaltung, in der Mr. Joy als Zauberkünstler und Jongleur biblische Geschichten „wunderbar“ erzählte.

Micha Keding, Band und der XXL-Chor boten ein buntes Programm mit Gospels und Liedern.

Das Publikum war begeistert und forderte von den Akteuren weitere Zugaben.


Gesellig wurde es im Anschluss bei Schmalzbroten, Snacks und Getränken.
Wer es wissen wollte, konnte es beim Abschlussgottesdienst hören und sehen: Wir haben etwas zu sagen, und wir sind ganz schön viele. Allein 300 ehrenamtliche kleine und große Musikerinnen und Musiker machten den Gottesdienst zu einem Feuerwerk des Glaubens. Dr. Becker sagte: „Tief beeindruckt begrüße ich Sie mit freudigem Herzen !“ Das Fest des Glaubens geht weiter.