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1.) Wer sind wir?
Die TelefonSeelsorge Ostwestfalen ist ein Beratungs- und Seelsorgeangebot des Kirchenkreisverbandes der ev. Kirchenkreise Herford, Minden, Lübbecke und Vlotho. Die Ev. Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe ist an der Trägerschaft beteiligt. Sitz der Dienststelle ist in Bad Oeynhausen. Um den Dienst am Telefon rund um die Uhr anbieten zu können, arbeiten zur Zeit 75 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der TelefonSeelsorge Ostwestfalen mit, 13 Frauen und Männer sind in Ausbildung. Ein Hauptamtlichenteam sichert die Grundlagen- und Rahmenbedingungen. In der Begleitung der Ehrenamtlichen unterstützt ein Team aus qualifizierten Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern die TelefonSeelsorge Ostwestfalen.
2.) Welche Ziele haben wir? 3.) Wie sind wir in den Kirchenkreis Lübbecke eingebunden? a) Vernetzung untereinander
Gemeinsam mit allen TS-Stellen in der Bundesrepublik Deutschland sieht sich die TelefonSeelsorge Ostwestfalen eingebunden in die seelsorgerliche Verantwortung der Kirchen für die Menschen unserer Zeit. Sie versteht sich als eine erste Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen, in Schwierigkeiten und Nöten, für Menschen, die vor Ort keinen Gesprächspartner für sich finden. Sie folgt dabei den Grundsätzen der Ev. Konferenz für TelefonSeelsorge, keinerlei moralischen, ideologischen oder religiösen Druck auf die Anrufenden auszuüben. Sie bemüht sich, Anrufende in ihrer Situation ohne Vorurteile anzunehmen, ihnen eine Klärung der eigenen Wünsche, Wertvorstellungen und Gefühle zu ermöglichen und sie in die Lage zu versetzen, selbst eine für sie jeweils angemessene Lösung ihrer Probleme zu finden.
In der TelefonSeelsorge Ostwestfalen wird die Beratungsarbeit rund um die Uhr am Telefon geleistet und zu fest zu vereinbarenden Terminen auch in der Chatberatung.
Konkrete Ziele der TelefonSeelsorge Ostwestfalen:
• weiterer Ausbau der Chatberatung
• Zahl der ehrenamtlich Mitarbeitenden stabilisieren
• Regelmäßige Ausbildungsgruppen anbieten (möglichst 1x jährlich, wird die Gewinnung Ehrenamtlicher immer schwieriger)
Durch die besondere Situation der TelefonSeelsorge Ostwestfalen (4 KK und eine Landeskirche) sieht die Einbindung sicher anders aus als bei den ausschließlich im Kirchenkreis arbeitenden Einrichtungen und Diensten.
Die TelefonSeelsorge Ostwestfalen bemüht sich aber dennoch um möglichst gute Einbindung in den einzelnen Kirchenkreisen. Der Kontakt wird z.B. über Gremienarbeit und Synoden gehalten. Gemeinsame Pfarrkonferenzen im Gestaltungsraum sind für die TelefonSeelsorge Ostwestfalen ein gutes Forum (im Einzugsgebiet der Institution sozusagen ein „Heimspiel“.)
Untereinander ist die Vernetzung über den Arbeitskreis synodaler Dienste und manch direkten Austausch gegeben. Zudem ist in den letzten Jahren immer ein Kollege/eine Kollegin aus den Lübbecker synodalen Diensten Mitgliede im Kuratorium der TelefonSeelsorge Ostwestfalen.
b) Vernetzung mit den Gemeinden
Vernetzung mit den Gemeinden versuchen wir z.B. durch das Angebot zu erreichen, dass wir in Kreise und Gruppen kommen, über unsere Arbeit berichten und dazu ins Gespräch kommen.
Eine Form der Vernetzung sind sicher auch die Menschen, die bei uns ehrenamtlich tätig sind und gleichzeitig immer auch Gemeindeglieder einer Gemeinde. Manche engagieren sich sowohl an der einen als auch an der anderen Stelle.
Mit TS- Ehrenamtlichen haben wir auch einen speziellen TS-Gottesdienst zum Thema „Aus Worten können Wege werden“ entwickelt, den wir in den einzelnen Kirchenkreisen gehalten haben (Im KK LK am 2.4.2006 in St. Andreas in Lübbecke). Diesen Durchgang durch alle Kirchenkreise werden wir wiederholen und zu einem neuen Thema einen Gottesdienst ausarbeiten.
c) Ergänzung gemeindlicher Dienste
In Jesus Christus hat Gott uns Menschen versöhnt und befreit. Die TS versucht – wie die Gemeinden – diese Botschaft weiterzusagen. Die Mitarbeitenden wollen die Ratsuchenden mit all ihren Stärken und Schwächen, mit Lebenssehnsucht und Lebensmüdigkeit annehmen, weil Jesus Christus alle Menschen angenommen hat. Sie lassen sich ein auf Menschen, die auf der Suche nach Sinn und nach Gott sind, mit der inneren Gewissheit, dass Gott auf der Suche nach ihnen ist.
Das Medium Telefon bzw. Chat bietet in der so beschriebenen Seelsorge besondere Chancen und Grenzen. Die Kommunikation ist beschränkt auf Reden und Hören bzw. Schreiben und Lesen. Andere Sinneskanäle fehlen, allerdings kann dennoch eine besonders intensive Gesprächsatmosphäre entstehen.
Aufgrund ihrer Anonymität ist das Seelsorge-Angebot am Telefon und im Chat ausgesprochen niedrigschwellig und deshalb im Netz der seelsorglichen und psychosozialen Versorgung unverzichtbar: Auch nachts, wenn viele andere Hilfeeinrichtungen geschlossen sind. Zudem ist die TS erreichbar. Für viele Mensche ist es leichter, zunächst einmal anonym zu sortieren, welche Hilfe sie wünschen.
Petra Henning, Leiterin