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Fairer Handel, ein Stück christliche Weltverantwortung

Gehlenbecker bringen Schild "Fairer Handel" ans Gemeindehaus
Kürzlich fragte mich eine Freundin: „Sag mal, du arbeitest doch im Weltladen. Was macht ihr da eigentlich? Und was, bitte, ist Fairer Handel!“
Gerechtigkeit statt Mitleid
Weltläden entstanden aus der Erkenntnis, dass die Länder des Südens beim Handel mit ihren Produkten auf dem Weltmarkt systematisch benachteiligt werden. Und dass gegen diese Benachteiligung Mitleid wenig hilft.
Spenden sind zwar oft nötig, um die schlimmsten Folgen von Katastrophen zu lindern, aber sie ändern wenig an der Ungerechtigkeit im Handel zwischen Nord und Süd.
Daher gehen die Weltläden ein Stück weiter. Sie verwirklichen durch den Fairen Handel ein Stück der Welt, wie sie morgen sein könnte: gerechter und menschenwürdiger.
In Deutschland gibt es ungefähr 700 Weltläden, europaweit sind es etwa 2.500.
Fairer Handel
Die Waren stammen von Kleinbauern und Kleinproduzenten aus den Ländern des Südens, die sich in der Regel zu Genossenschaften zusammengeschlossen haben.
Die Weltläden beziehen den größten Teil ihrer Produkte über drei Importorganisationen.
1. Die älteste und größte Importorganisation in Deutschland ist die GEPA mit 30 Millionen Euro Umsatz/Jahr im fairen Handel.
Gesellschafter der GEPA sind Misereor, Brot für die Welt und die evangelische und die katholische Jugend Deutschlands.
2. Der zweitgrößte Importeur ist El Puente mit Sitz in Hildesheim, hervorgegangen aus einem Weltladen.
3 . Ebenfalls aus einem Weltladen entstanden ist der drittgrößte, der Dritte Welt Partner in Ravensburg.
Daneben gibt es eine Menge verschiedener kleinerer Importeure z.B. ehemalige Entwicklungshelfer, kirchliche Gruppen und Weltläden, die sich dadurch auszeichnen, dass sie zu einzelnen Produzentengruppen Partnerschaften aufgebaut haben und diese durch den Import und Verkauf ihrer Waren an andere Weltläden unterstützen.
Neben der Hochwertigkeit der Waren stehen ganz besonders im Vordergrund die sozialen und ökologischen Bedingungen der Produktion.
Das bedeutet: höhere Erlöse als auf dem Weltmarkt, teilweise Vorfinanzierung der Produktion bzw. Ernte, die finanzielle Förderung von Gesundheits- und/oder Bildungsprogrammen und die Beratung von Gruppen um überhaupt mit den Produkten exportfähig zu werden.
Kontinuität ist eine Grundlage für die Partnerschaft im fairen Handel, sie schafft Verlässlichkeit, die der Welthandel nicht bietet. Kontinuität zeigt sich in langfristigen Lieferverträgen und in intensiver Beratung zur Weiterentwicklung von Produkten und Produktionsweisen (z.B. Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.).
Transparenz ist ein weiteres wichtiges Kriterium für die Glaubwürdigkeit des fairen Handels. Produzenten, Importeure und Weltläden geben Einblick in ihre Zielsetzung, Arbeitsweise, Besitzverhältnisse und ihre finanzielle Situation und sind demokratisch organisiert.
Auch der Umweltschutz wird besonders gefördert. Intensive Beratung und regelmäßige Besuche sichern eine gesunde Weiterentwicklung. So ermöglicht der faire Handel den Menschen im Süden den Aufbau einer würdigen Existenz.
Manche fair gehandelte Produkte können die Verbraucher im Supermarkt kaufen. Ein inzwischen weltweit einheitliches Transfair-Siegel gibt den Käuferinnen die Sicherheit, dass es sich um fair gehandelte Ware handelt. Es findet sich u.a. auf Honig, Kakao, Schokolade, Tee und natürlich auf Kaffee.
Fachgeschäfte für Fairen Handel sind die Weltläden. Hier finden die Verbraucherinnen und Verbraucher ein großes Angebot an fairen Produkten: Lebensmittel, Glas, Bücher, Stoffe, Spielzeug, diverse Bälle, Schals, Mützen, Pullover, und vieles mehr. Immer wieder sind die Menschen erstaunt, wie groß die Produktpalette der Weltläden ist. Natürlich gibt es auch im Kreis Weltläden, so zum Beispiel der Weltladen in Minden, Brüderstraße 3 (0571/24417) und seit 20 Jahren in der Region Bad Oeynhausen den Eine-Weltladen-Laden-Unterwegs (Bärbel Westerholz, 05734/41542). Der Weltladen kann geordert werden für Veranstaltungen. Produkte können nach telefonischer Absprache über Bärbel Westerholz, Alter Salzweg 25 bezogen werden.