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VON KARSTEN SCHULZ

Espelkamp. Er steht für die bekennende Kirche, für ein aufrechtes Christentum in einer der dunkelsten Epochen der europäischen Geschichte: Ludwig Steil. Vor 65 Jahren starb der Gegner des Nationalsozialismus im Konzentrationslager Dachau an Lungenentzündung und Typhus. Grund genug, dass ihm die evangelische Kirche und die Diakonie bei der Gründung Espelkamps als Namensgeber für eine der größten sozialen Einrichtungen der Region ein Denkmal setzten.

Dort, wo während des NS-Regimes das Arbeiterlager für die Heeresmunitionsanstalt Lübbecke stand, werden heute kranke und alte Menschen gepflegt. Heute können hier benachteiligte Schüler aus allen Ländern der Erde Integrationshilfen in Anspruch nehmen, um sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden.
Psychisch-labile Menschen können sich hier aufhalten und werden betreut. Jugendliche, die nirgendwo anders mehr eine Chance haben, bekommen Zuwendung und vor allem eine Ausbildung, mit der sie auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen können.
„Wer mithört, hört richtig, Wer abhört, hört falsch.“ So hat sich Ludwig Steil, Pfarrer der Kirchengemeinde Holsterhausen /Herne in seinem Verhör vor der Gestapo (Geheime Staatspolizei) in Dortmund verantwortet.
Er wird am 11. September 1944 verhaftet und wochenlang in Gestapogefängnissen der Region festgehalten. Vor Weihnachten wird er in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Fast drei Wochen dauert der Transport. Dort stirbt Ludwig Steil.
Ludwig Steil hatte zwei Evangelisationen in Holsterhausen und Herne gehalten. Die waren der Anlass zu seiner Verhaftung. Er selbst sagte von diesen Evangelisationen: „Als ich inHaft genommen wurde, habe ich Gott dafür danken dürfen, dass Anlass und Ursache meine Verkündigung war. Da konnte ich mit Freudigkeit und gutem Gewissen zu jedem beanstandeten Satz stehen.“
Ludwig Steil war 1929 Pfarrer in Holsterhausen geworden. Er rechnete damit, wieder nach Hause zu kommen und schrieb kurz vor seiner Deportation die bedenkenswerten Zeilen: „Ladet die Menschen zu den Gottesdiensten ein. Wenn wir in solchen Unruhezeiten nicht von Mensch zu Mensch persönlich einladen, versinken alle in der Unstetigkeit ihres Dienstes. Also seid darin nicht zu zaghaft. Wenn ich wiederkomme, will ich viele am Rockzipfel packen und ihnen keine Ruhe lassen zu ihrem Heil.“
Ludwig Steil hatte von Anfang an die Demagogie der Nazis durchschaut. Er wurde einer der führenden Männer der westfälischen Bekennenden Kirche. Auf der ersten Westfälischen Bekenntnissynode hielt er den Hauptvortrag.
Als einzig möglichen Weg der Kirche zeigte er den Weg des Glaubensgehorsams auf. Seine Briefe aus den Gefängnissen und die Berichte seiner Mitgefangenen zeugen von seiner tiefen Freude an Jesus Christus und seinem festen Glauben.
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag und wird seit 1996 am 27. Januar begangen.
Dieser Tag soll an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern: an Juden, Christen, Sinti und Roma, an Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie auch an Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, an Greise und Kinder an der Front, an Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der NS-Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.
Der Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau Polen befreit.
Das KZ Auschwitz (-Birkenau) im heutigen Polen steht symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Opfer des Nazi-Regimes. Kas