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v.l. Gisela Hilgert, Paul-Alexander Lipinski, Eckhard Struckmeier, Jutta Hovemeyer, Karl-Heinz Brandhorst, Dr. Rolf Becker
In einem feierlichen Gottesdienst übertrug Superintendent Dr. Rolf Becker Jutta Hovemeyer den Dienst an Wort und Sakrament. Die 62 jährige Religionspädagogin und Germanistin erfüllte sich mit dieser ehrenamtlichen Beauftragung einen lang ersehnten Wunsch.
Jutta Hovemeyer- klein an Statur- füllte diesen Dienst im Gottesdienst mit großer Kompetenz, Klarheit und Leidenschaft aus. Fast schien es, als habe sie niemals etwas anderes getan. Auch wenn sie sich strecken musste, um das Licht auf der Kanzel ein- und auszuschalten, die Auswahl der Lieder, die geschliffene Verkündigung und die natürliche Ausstrahlung machten den Gottesdienst zu einem Fest zur Ehre Gottes und Erbauung des Menschen.
Beim feierlichen Einzug
Jutta Hovemeyer hielt in ihrer Predigt dem sich sorgenden Menschen den Spiegel der Natur vor. “Die Natur sorgt sich nicht“ sagte die engagierte Theologin. Sie lebt aus der Fülle Gottes. Aber der Mensch sorgt sich um Besitz, Macht und Einfluss und vergisst dabei, dass er alles von Gott hat.“ Wir sollen die Hände nicht in den Schoß legen, sondern das tun, was notwendig ist. Und trotzdem alles von Gott erwarten.“

Beim Auszug mit Gemeinde
Im sich anschließenden Empfang spürte man die Herzlichkeit und Zugewandtheit der Predigerin. Von sich selbst macht sie wenig Aufhebens. Schon seit langem mit Kirche verbunden übernahm sie Verantwortung auf der Kreis- und Landessynode, ist seit 2004 Mitglied des Kreissynodalvorstand, dem Gremium, dass die Geschicke im Kirchenkreis verantwortet, und sie ist Vorsitzende des Leitungsausschusses des Trägerverbundes für Kindergärten. Sie ist da, wenn man sie braucht, und scheut keine Arbeit, auch wenn sie nicht so spannend ist, wie das Korrekturlesen von Texten und Protokollen.

Sonntags, kurz vor zehn in Lübbecke
Jutta Hovemeyer studierte in Bochum Theologie und Germanistik. „Die Arbeit mit Texten ist für mich schon immer meine größte Leidenschaft gewesen,“ erklärt sie. „Sprache ist die Welt, in der ich lebe. Darum passen für mich Deutsch und Religion auch so gut zusammen. Ich bin nüchtern im Glauben und möchte die Zusammenhänge verstehen. Als ich studierte, war Textkritik besonders wichtig. Da hab ich viel gelernt über die Entstehung und Tradition von Texten. Das hat mich geprägt. Zur selben Zeit kämpfte die Gruppe „Kein anderes Evangelium“ im Lübbecker Land gegen die historisch-kritische Auslegung von Bibeltexten. Das war nicht immer leicht. Darum hat es mich besonders berührt, dass mein damaliger Religionslehrer, er war Pfarrer in Hüllhorst und Gründungsmitglied dieser Gruppe, Otto Pietsch mir sagte:“ Ich wünsche dir Gottes Segen für das Studium.“

Ehepaar Halwe-Grote gratuliert.
Große Freude hatte Jutta Hovemeyer an Kirchengeschichte, ganz besonders interessiert sie sich für die Kirchengeschichte der Region, aus der sie kommt, Lübbecke. Wenn sie nicht gerade in Sachen Kirche unterwegs ist, liest sie gerne. „Auf meinem Nachttisch liegt ein Krimi aus dem Osnabrücker Land. Immer wieder hole ich mir aber auch Theodor Fontane, Gottfried Benn oder Johannes Bobrowski hervor. Die lese ich am liebsten.“
„...Ich bin Zeit meines Lebens gerne Lehrerin gewesen, jeder Jahrgang ist anders und neu. Als meine Eltern krank wurden, habe ich mich um sie gekümmert. Jetzt erfülle ich mir den Wunsch, Gottesdienste zu leiten. Darauf freue ich mich sehr.“ Jutta Hovemeyer ist mit Dieter Hovemeyer verheiratet, einem Mathematiker, der in Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Diakonie für Zahlen und Fakten zuständig ist.

Ehepaar Buhlmann

Große und kleine Gäste-Friedrich und Johannes Stork