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Kirche Gehlenbeck

Gehlenbeck.

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Die St.-Nikolaus-Kirche in Gehlenbeck ist einen Besuch wert. Nicht nur zu Gottesdienstzeiten, sondern zu einer Gelegenheit, wo man die Zeit für einen kleinen Rundgang hat, der sich in dieser Kirche wirklich lohnt.

Die Kirche, im gotischen Stil 1495 gebaut, hatte dort, wo sie heute steht, zwei Vorgänger. Überliefert ist ein erster Kirchbau an dieser Stelle im 10. Jahrhundert. 1156 wird die »Nikolai-Kirche in Gehlenbeke« erstmals urkundlich erwähnt. 1495 wurde das heutige Kirchengebäude fertiggestellt, ein größerer Kirchenbau mit einem langen Kirchenschiff und von Beginn an mit einem Kirchturm.
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Nachdem im 15. und 16. Jahrhundert die Kirche ausgeschmückt worden war, verfiel das Gebäude im 17. Jahrhundert während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Unter anderem stürzte 1630 der Turmhelm ein und konnte erst 1755 wieder aufgebaut werden. Aber auch im Innern der Kirche enstanden große Baumängel.



Wie in vielen anderen Gemeinden in dieser Gegend, stieg mit der Erweckungsbewegung zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Zahl der Gottesdienstbesucher stark an. 1836 nahm man deshalb umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten in der Kirche vor. In dieser Zeit sind Altar, Kanzel, Taufengel und die Holzemporen (Priechen genannt) entstanden. Es war sogar eine zweite Empore nötig, damit alle Gläubigen in der Kirche Platz fanden. Es entstanden so offiziell 1.300 Sitzplätze.

Im Mittelschiff gab es aus Platzgründen nur Gänge an den Außenwänden des Kirchenschiffes, so dass die Kirche durchgehend mit Bänken versehen war. Erst 1951 wurde die zweite Empore wieder entfernt. Damit erhielt der Kirchenraum seine heutige Gestalt. Es wurde der steinerne Altar durch einen Holzaltar ersetzt sowie der Taufengel und das Gestühl im Mittelschiff angeschafft.

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Der Taufstein in der Gehlenbecker Kirche ist etwas Besonderes. Er trägt die Jahreszahl 1668 und als Schriftzug den Taufbefehl aus dem 28. Kapitel des Matthäus-Evangeliums. Ursprünglich wurde der Holzdeckel des Taufsteins mit einem Seil über eine Rolle hochgezogen. Der Taufengel aus dem Jahre 1836 über dem Taufstein wurde ebenfalls zur Taufe benutzt. Ursprünglich hing der Engel über dem Altar, wurde mit einem Seilzug herabgelassen und hielt in Händen eine Taufschale, die leider verschwunden ist.

Ein Kleinod ist auch die Sakristei, vor deren Fenster der ursprüngliche Altar aus katholischer Zeit steht. Teile der Mensaplatte wurden bereits 1836 zerlegt und zunächst als Altarstufe in der Kirche genutzt. Bei einer späteren Restaurierung der Kirche wurden Teilstücke wiederentdeckt und in die Sakristei gesetzt. Auf den Teilstücken der Mensaplatte sind die Weihekreuze noch deutlich zu erkennen.

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Das Sakristeifenster ist mit dem siebten Artikel des »Augsburgischen Bekenntnisses« gestaltet. Dieses ist als wesentliche Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche in die Geschichte eingegangen und das Fenster erinnert daran, dass in der Kirchengemeinde Gehlen-beck bereits 1527 der Übergang vom katholischen zum evangelischen Bekenntnis vollzogen wurde.

Lohnenswert ist auch ein Blick auf den Turm der Nikolaus-Kirche, dem ältesten Bauteil der Kirche. Um 1100 wurde er errichtet und war ursprünglich in der ganzen Breite des Turmraumes zur Kirche, d.h. nach Osten, geöffnet. Als Glockenturm errichtet, diente er lange Zeit als Lagerraum, unter anderem für Kohlen. Über eine kleine Seitentür gelangt man in ein Zwischen-geschoss, in dem seit kurzem die restaurierte Kirchturmuhr zu bewundern ist.



Die evangelische Kirchengemeinde Gehlenbeck ist eine lebendige Gemeinde im dörflichen Umfeld.

Die Nähe zur Stadt Lübbecke und das gleichzeitige Selbstverständnis als eigenständige dörfliche Gemeinschaft prägt auch das Leben in der Kirchengemeinde. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit ist die Kirchenmusik in ihren unterschiedlichen Fassetten. Etwa 100 Gemeindeglieder engagieren sich wöchentlich in der Musik und bereichern die Gemeindearbeit auf unterschiedliche Weise. Die Gestaltung von besonderen musikalischen Gottesdiensten, die Begleitung der Beerdigungen und das regelmäßige Geburtstagsspiel des Posaunenchores sind wesentliche Elemente. Hinzu kommen die gut besuchten Konzerte in der Kirche und im Gemeindehaus, die z.T. mit anderen Chören oder Mitgliedern des Sinfonieorchesters der Stadt Lübbecke gestaltet werden.

Die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde wird vom CVJM Gehlenbeck verantwortet. Hier gibt es eine gute Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendpfarramt und der Gemeinde vor Ort. Nachwuchsarbeit geschieht ebenfalls im Bereich des Posaunenchores, wo zur Zeit zwölf Jungbläserinnen und Jung-bläser ausgebildet werden.

Aufgrund der dörflichen Struktur hat die Frauen- und Seniorenarbeit einen wesentlichen Stellenwert im Gemeindeleben. Die Veranstaltungen werden gut besucht und als Möglichkeit des Kontaktes und Austausches genutzt.

Überhaupt versteht sich die Kirchengemeinde als eine Institution innerhalb der dörflichen Gemeinschaft. Kontakte zur politischen Gemeinde, zur Grundschule und zu den Vereinen werden gepflegt und genutzt, um neben Gottesdiensten auch gemeinsame Aktionen zu ermöglichen.

»Kirche vor Ort« - mit und für die Glieder der Gemeinde, das ist das Ziel der Arbeit der Kirchengemeinde.

Vom Kindergarten bis zu den Seniorennachmittagen versucht die Kirchengemeinde, das Miteinander von Jung und Alt zu fördern und unterschiedliche Impulse zu setzen.

Die »Offenen Abende« sind solch ein Beispiel für gelungenes Miteinander. Seit zwei Jahren werden jährlich vier Veranstaltungen unterschiedlicher Art angeboten. Anfangs als spezielles Angebot für 30- bis 50-Jährige gedacht, haben sich diese Veranstaltungen geöffnet und werden unter dem Markenzeichen »Kaktus« rege besucht.

Gemeinsam mit der Erwachsenenbildung des Kirchenkreises ist so ein Forum geschaffen worden, das viele Gemeindeglieder anspricht und ein zusätzliches Angebot im kirchlich-kulturellen Bereich schafft.








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