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„Christliche Patientenvorsorge“ war gefragt

150 Interessierte kamen ins Bürgerhaus auf Einladung des ökumenischen Arbeitskreises

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Espelkamp (nw). Der Einladung zum Thema „Christliche Patientenvorsorge“ sind etwa 150 interessierte Bürger ins Bürgerhaus gefolgt und haben an diesem Abend wertvolle Informationen von unterschiedlichen Berufsgruppen erfahren. Mit musikalischer Begleitung von Elisabeth, Mirijana und Eylin Töws, sowie Laura Klingel konnten die Besucher bis zum Beginn der Veranstaltung auch an den Informationstischen der Veranstalter Gespräche führen und Literatur einsehen.

Pfarrerin Martina Nolte -Bläcker begrüßte die Zuhörer stellvertretend für den ökumenischen Arbeitskreis, den es seit vielen Jahren in Espelkamp gibt und der in Zusammenarbeit mit der Hospiz-Initiative Espelkamp, dem Infozentrum-Pflege im DRK Seniorenbüro, Menndia Espelkamp und dem Forum Espelkamp zu den Veranstaltern des Abends gehörte.

Dr. Elmar Axnick hat seine Erfahrungen mit „Patientenvorsorge“ aus dem Krankenhausalltag aufgezeigt und dabei immer wieder das Gespräch mit dem Fachpersonal und auch mit dem Arzt oder auch Chefarzt in den Vordergrund gestellt. Papiere, auch Vorsorgeformulare sind zu Zeiten abgefasst, in dem der Betroffene sich kaum vorstellen kann woran er mal sterben wird, deshalb sind manche Angaben in Vordrucken zu einem späteren Zeitpunkt manchmal nicht mehr so nachvollziehbar. Auch wird davon ausgegangen, dass in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren die Medizin wieder neue und andersartige Möglichkeiten hervorbringt Krankheiten entgegenzuwirken. An Beispielen aus der Praxis beschrieb Dr. Axnick das manchmal trotz Vorsorgeformulare in einer aktuellen Situation der mutmaßliche Wille durch Bevollmächtigte und weiteren Angehörigen herausgefunden werden muss und in manchen Fällen dann auch eine Entscheidung anders ausfallen kann als sie in einer Patientenverfügung vor längerer Zeit angekreuzt wurde.

Amtsrichter Claus Wischmeyer erklärte den Zuhörenden die verschiedenen Begriffe und die dahinterstehenden Bedeutungen einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Vorsorgevollmachten – also eine Person des Vertrauens zu benennen – die dann im Ernstfall die Wünsche und auch ggf. den mutmaßlichen Willen benennen kann ist eins der wichtigsten Bausteine einer Patientenvorsorge. Für Claus Wischmeyer sollten diese Verfügungen auch immer im engen Kontakt /Gespräch mit dem Arzt formuliert bzw. im Vordruck angekreuzt werden. Wischmeyer zeigte Bereiche auf, die trotz Bevollmächtigung einer Vertrauensperson auch die Zustimmung vom Betreuungsgericht benötigen. Hierzu gehören zum Beispiel die freiheitsentziehenden Maßnahmen. Hat ein Bevollmächtigter darüber zu entscheiden, muss trotzdem auch noch das Betreuungsgericht zustimmen. Amtsrichter Wischmeyer hat darauf hingewiesen wie wichtig es ist, die Vorsorgeformulare durchzuarbeiten, das heißt es kann auch etwas gestrichen, unterstrichen oder ein weiteres Blatt da zugefügt werden. Das Gespräch mit der Vertrauensperson/ Bevollmächtigen und besonders auch mit einem Arzt ist für ihn unentbehrlich. Die Christliche Patientenvorsorge wurde von Pfarrer Wolfgang Brinkmann in den einzelnen Teilen vorgestellt und darauf verwiesen, das die Formulare in den Kirchengemeinden, Infozentrum-Pflege im Seniorenbüro und auch in der Hospiz-Initiative Espelkamp erhältlich sind und sich dort auch Gesprächspartner finden lassen.

Während des Podiumsgespräches verwies Henrike Eagan von der Hospiz-Initiative Espelkamp, dass jeweils am 1. Montag im Monat ein Gesprächskreis zur Patientenvorsorge in den Räumen der Hospiz-Initiative e.V. (Ludwigsteil Str. 13) von 15 bis17 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Infozentrum-Pflege stattfindet.

Oliver Vogelsmeier, Theologe am Klinikum Minden berichtete über seine Erfahrungen aus der Klinikseelsorge auch bezüglich der Christlichen Patientenvorsorge und erwähnte den doch passend gewählten Begriff Patienten-Vorsorge statt Patienten- Verfügung des neuen Formulars. Er informierte die Zuhörer über die gerade kürzlich eingerichtete „Ethikkonferenz“ am Mindener Klinikum. Auch ließ er die Anwesenden wissen, dass einige niedergelassenen Ärzte über die sogenannten „IGeL-Leistungen“ (Individuelle Gesundheitsleistungen) Gespräche über Patientenvorsorge“ anbieten. Nachdem aus dem Publikum weitere Fragen beantwortet wurden, beschloss Doris Pick die Diskussion mit den Podiumsgästen mit der Feststellung – das egal ob die Patientenvorsorge später gebraucht wird oder nicht – einen wichtigen Nutzen hat sie jedes Mal schon bekommen, wenn Menschen ihre Wünsche zu den Themen Krankheit, Lebensende, Sterben und Tod anderen kundgeben und ihre Vorstellungen und Wünsche ihren nahen Angehörigen/Kindern oder vertrauten Personen mitteilen/aufschreiben und ein Gespräch stattfindet. Auch die Bereitschaft der unterschiedlichen Berufsgruppen an diesem Abend, über das Thema Patientenvorsorge mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen wurde sehr geschätzt. Das Angebot weitere Gespräche zu ermöglichen sowohl im Krankenhaus als auch in der kirchlichen Seelsorge vor Ort oder im Infozentrum-Pflege und der Hospiz-Initiative dürfte viele Zuhörer ermutigt haben sich mit diesem Thema weiterhin persönlich auseinanderzusetzen.

Tipps zur komplizierten Thematik
Informationsveranstaltung zur »Christlichen Patientenvorsorge« - kreisweites Interesse

Kreis Minden-Lübbecke(WB). »Christliche Patientenvorsorge« hieß die Informationsveranstaltung, die nun etwa 150 Interessierte ins Bürgerhaus Espelkamp gelockt hat. Dr. Elmar Axnick referierte zum Thema.
Sie haben über die Patientenvorsorge informiert: Doris Pick, Dagmar Henning (ökumenischer Kreis), Pfarrerin Martina Nolte-Bläcker, Henrike Eagan, Inge Sauerbrey (ökumenischer Kreis), Wolfgang Brinkmann, Angelika Axnick, Dr. Elmar Axnick und Amtsrichter Claus Wischmeyer.

Mit musikalischer Begleitung von Elisabeth, Mirijana und Eylin Töws sowie Laura Klingel konnten die Besucher bis zum Beginn der Veranstaltung auch an den Informationstischen der Veranstalter Gespräche führen und Literatur einsehen. Pfarrerin Martina Nolte-Bläcker begrüßte die Zuhörer stellvertretend für den ökumenischen Arbeitskreis, den es seit vielen Jahren in Espelkamp gibt und der in Zusammenarbeit mit der Hospiz-Initiative Espelkamp, dem Infozentrum-Pflege im DRK Seniorenbüro, Menndia Espelkamp und dem Forum Espelkamp zu den Veranstaltern des kreisweiten Abends gehörte.
Dr. Elmar Axnick hat seine Erfahrungen mit der »Patientenvorsorge« aus dem Krankenhausalltag aufgezeigt und dabei immer wieder das Gespräch mit dem Fachpersonal und auch mit dem Arzt oder auch Chefarzt in den Vordergrund gestellt. Papiere - auch Vorsorgeformulare - seien zu Zeiten abgefasst, »in denen der Betroffene sich kaum vorstellen kann, woran er mal sterben wird. Deshalb sind manche Angaben in Vordrucken zu einem späteren Zeitpunkt manchmal nicht mehr so nachvollziehbar.«
An Beispielen aus der Praxis beschrieb Dr. Axnick, dass trotz Vorsorgeformular in einer aktuellen Situation der mutmaßliche Wille durch Bevollmächtigte und weitere Angehörige herausgefunden werden muss.
Amtsrichter Claus Wischmeyer erklärte den Zuhörern die verschiedenen Begriffe und die dahinterstehenden Bedeutungen einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Vorsorgevollmachten, also eine Person des Vertrauens zu benennen, die dann im Ernstfall die Wünsche und auch den mutmaßlichen Willen benennen kann, sei eines der wichtigsten Bausteine einer Patientenvorsorge. Für Claus Wischmeyer sollten diese Verfügungen auch immer im engen Kontakt mit dem Arzt formuliert werden. Wischmeyer zeigte Bereiche auf, die trotz Bevollmächtigung einer Vertrauensperson auch die Zustimmung vom Betreuungsgericht benötigen. Hierzu gehören zum Beispiel die freiheitsentziehenden Maßnahmen.
Die Christliche Patientenvorsorge wurde von Pfarrer Wolfgang Brinkmann in den einzelnen Teilen vorgestellt und darauf verwiesen, »dass die Formulare in den Kirchengemeinden, Infozentrum-Pflege im Seniorenbüro und auch in der Hospiz-Initiative Espelkamp erhältlich sind und dort auch Gesprächspartner zu finden sind«.
Während des Podiumsgespräches verwies Henrike Eagan von der Hospiz-Initiative darauf, dass jeweils am ersten Montag im Monat ein Gesprächskreis zur Patientenvorsorge in den Räumen des Hospizes von 15 bis 17 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Infozentrum-Pflege stattfindet.
Nachdem weitere Fragen des Publikums beantwortet wurden, schloss Doris Pick vom Infozentrum und von Menndia die Diskussion mit der Feststellung, dass die Patientenvorsorge einen wichtigen Nutzen hat. »Die Bereitschaft der unterschiedlichen Berufsgruppen, an diesem Abend über das Thema Patientenvorsorge mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen, wurde sehr geschätzt. Das Angebot, weitere Gespräche zu ermöglichen - sowohl im Krankenhaus als auch in der kirchlichen Seelsorge -, dürfte viele Zuhörer ermutigt haben, sich mit diesem Thema weiterhin persönlich auseinanderzusetzen«, sagte Pick.

Artikel vom 29.10.2011


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