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Sabine Heinrich, Pfarrerin in der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lübbecke
Erinnern Sie sich noch: Heute genau vor fünf Wochen haben wir Weihnachten gefeiert. Wenn man in diesen Tagen durch die Straßen geht, entdeckt man vielleicht noch die eine oder andere weihnachtliche Beleuchtung im Fenster, kleine Lichterketten oder eine Kerze draußen vor der Tür.
Bei uns stehen immer noch zwei Windlichter vor der Haustür, in denen ich gern abends noch die Kerzen anzünde.
Nicht weil ich nicht genug Zeit hatte, wirklich alles wegzuräumen, sondern weil wir uns bis zum kommenden Sonntag im Kirchenjahr noch im „Weihnachtsfestkreis“ befinden, auch wenn Primeln und Tulpen schon seit Anfang des Jahres den Frühling ankündigen.
Jetzt ist also auch noch Zeit für das Weihnachtslicht. Es kann nicht immer scheinen, aber wir wollen es einfach so lange wie möglich bei uns haben.
Denn dieses Licht steht für das Licht, das wir zum Leben brauchen:
Hoffnungsschimmer, Leuchtfeuer, Sonnenschein und Wärme, Winterfeuer, Lichtblicke, Leitsterne, Silberstreif am Horizont, Licht am Ende des Tunnels.
„Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes. 60,2b). Diese Worte sind uns als Wochenspruch für die kommende Woche gesagt.
Bei all dem, was Sie heute an einem vielleicht ganz normalen Morgen tun:
„Über dir geht auf der Herr!“
Da fällt also jetzt ein Lichtstrahl in diesen Tag, so wie in den letzten Wochen so manches Mal die Sonne geschienen hat.
Da breitet sich ein kleiner Glanz über diesen Morgen, da sieht alles, was dieses Heute ausmacht und bringen wird, ein bisschen anders aus.
Ich muss noch einmal an die Weihnachtsgeschichte denken, an das Licht der Klarheit Gottes, das den Hirten erschienen ist und an die alles verändernde Botschaft:
Fürchtet euch nicht. Euch ist der Heiland geboren.
Die Hirten waren zunächst sehr erschrocken, doch dann ist in ihrem Leben ganz plötzlich ein Licht aufgegangen, sie erfuhren ganz persönlich die Gute Nachricht, dass sie in ihrem Alltag nicht auf sich allein gestellt waren.
So machten sich auf den Weg nach Bethlehem und fanden dort die Erfüllung ihrer Sehnsucht. Gestärkt konnten sie in ihr persönliches Leben zurückkehren, um anderen von dem, was sie erfahren haben, zu erzählen.
Alle sollten sich freuen und sicher sein dürfen, dass es mit Gott in die Zukunft geht.
Der Prophet Jesaja musste seinem enttäuschten Volk „Fürchte dich nicht“ zurufen, um den Menschen Mut zu machen. Das Volk konnte mit dieser Gewissheit aufatmen, neu anfangen und hoffnungsvoll in die Zukunft gehen.
„Über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“
Nehmen auch wir etwas von diesem Licht der Hoffnung mit in unseren Alltag, auch wenn die letzten Weihnachtskerzen längst weggeräumt sind.
Gottes Wort gilt auch uns, es schenkt uns so viele Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten, etwas Neues zu wagen, niemals aufzugeben und dabei zuversichtlich und voller Hoffnung zu sein, so wie es in einem Lied heißt, dass wir in Lübbecke in unseren Gottesdiensten vor den Schriftlesungen singen:
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht,
es hat Hoffnung und Zukunft gebracht.
Es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,
ist wie ein Stern in der Dunkelheit.
Dieses Licht wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, möge es Ihnen Hoffnung, Zukunft, Trost und Halt bringen, an jedem neuen Tag, auch noch lange nach der Epiphaniaszeit.