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Bilder Arndt Hoppe WB
VON CHRISTIANE TIETJEN
Espelkamp. Einen großen Bogen spannt die Kirchenmusik bei ihrer Konzertreihe „We are marching in the light of God“. Singfreudige junge Erwachsene aus Indonesien, Tansania und Ostwestfalen sind auf einer zweiwöchigen Tour durch das Land und hatten gestern in der Thomaskirche einen nichtöffentlichen Auftritt für alle weiterbildenden Schulen.
Da geraten Noten in Bewegung, schon beim Einmarschieren durch den Gang nach vorn zum Altar überträgt sich der jugendliche Schwung der Chöre auf die Zuhörer. Schön anzuschauen auch die bunten Gewänder. In einer bunten Mischung wechseln sich gemeinsam gesungene Gospels und landestypische Lieder und Tänze ab.
Da gibt es einen karonesischen Erntetanz und einen Massai-Tanz, auf Deutsch erklingt der Choral „Schaffe in mir, Gott ein reines Herz“. Niklas, ein Sänger aus dem Projekt, ergreift das Mikrofon und erzählt, wie viel Spaß das Miteinander mache trotz der Anstrengung – drei Konzerte täglich sind keine Seltenheit. Doch das Erlebnis der ganz anderen Klänge, der Gemeinschaft, das sei eben einmalig. Die gemeinsame Sprache ist Englisch wie in dem feierlichen „Gloria“, doch für die musikalische Sprache ist keine Übersetzung nötig.
Dr. Christian Hohmann, Regionalpfarrer für Mission, Ökumene und Weltverantwortung (MöWe) drückt es so aus: „Was uns alle verbindet, ist der christliche Glaube. Die Begegnung findet auf Augenhöhe statt, auch wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse sich unterscheiden. Fremdes ist nach der Begegnung weniger fremd, die verschiedenen Kulturen bereichern sich.“
Neben ihm zeichnen Kreiskantor des Kirchenkreises Vlotho, Harald Sieger, und Hartmut Birkelbach, Pfarrer für Kulturarbeit, für das Projekt verantwortlich, das am Sonntag, 5. September, um 17 Uhr mit einem großen Abschlusskonzert in Bad Oeynhausen endet.
Der Wunsch nach einem friedlichen Miteinander fand in der Thomaskirche in dem gemeinsam gesungenen „Verleih uns Frieden gnädiglich“ Ausdruck, in einer modernen Vertonung. Eine Woge der Begeisterung ging durch das zum Bersten gefüllte Kirchenschiff bis hinauf zur Empore, gekrönt von lang anhaltendem Jubel und Applaus.

Von Arndt Hoppe
Espelkamp (WB). Wenn 50 junge Sängerinnen und Sänger aus Deutschland, Indonesien und Tansania gemeinsam zum Lobe Gottes Musik machen, und das mit solcher Inbrunst tun wie gestern in der Thomaskirche, dann springt sofort der Funke über.
Diese übersprudelnde Lebensfreude haben zahlreiche Schüler der Birger-Forell-Realschule und des Söderblom-Gymnasiums bei einem mitreißenden Chorkonzert erlebt. Es war nur einer von zahlreichen Auftritten, die die Teilnehmer an diesem »Internationalen Chorprojekt 2010« im Laufe der Woche absolvieren und bereits dargeboten haben. Das Projekt der evangelischen Kirche von Westfalen ist aus der Zusammenarbeit zwischen den Kirchenkreisen Herford, Lübbecke, Minden und Vlotho hervorgegangen.

Das Programm haben die jungen Christen von drei Kontinenten im Verlauf einer Woche zusammengestellt, die sie zusammen in der Jugendherberge in Hausberge verbracht haben. »Die anderen Kulturen und die musikalischen Traditionen kennenzulernen war sehr spannend«, sagte der 20-jährige deutsche Teilnehmer Niklas zu dem jugendlichen Publikum. »Das Beste ist die Gemeinschaft, die in so kurzer Zeit zwischen uns entstanden ist.« Und diese Gemeinschaft fand ihren Ausdruck in einer überzeugenden Sondervorstellung für die Espelkamper Schüler. Egal ob die Vertreter der drei Länder in ihren eigenen Formationen Lieder aus ihrer Tradition vortrugen oder gemeinsam als 50-köpfiger Chor, das Ergebnis war beeindruckend. Christian Hohmann, Regionalpfarrer für Mission, Ökumene und Weltverantwortung, moderierte das Konzert und gab gelegentlich kurze Erläuterungen zu den Liedern. So etwa zum indonesischen Tanzlied, das den Auftakt bildete oder zu zwei Liedern aus Tansania, die von der Ernte in dem Land handelten.
Interessierte können den Projektchor noch bei weiteren öffentlichen Konzerten genießen. Samstag, 4. September: 11.30 Uhr in der Laurentiuskirche in Bünde und um 19.30 Uhr in der St. Marien-Kirche in Minden; Sonntag, 5. September: 10 Uhr in einem Festgottesdienst in der Matthäuskirche Löhne-Mahnen und um 17 Uhr ist das Abschlusskonzert in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen.
WB Artikel vom 03.09.2010