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VON EBERHARD SCHRADER
Espelkamp-Isenstedt. Der Sommer stellt so manches auf den Kopf. Ein Kirchenschiff bietet eigentlich Kühle bei Hitze und Schwüle, gilt aber nur selten als Rückzugsort. Ganz anders am letzten Sonntag in der Christuskirche zu Isenstedt. Trotz sommerlicher Innentemperaturen von gut 27 Grad Celsius konnten dies die zahlreichen Besucher am Nachmittag nicht abschrecken. Der Senioren-Posaunenchor Otswestfalen gab sich die Ehre mit einem tongewaltigen Konzert.
Unter der Leitung von Werner Benz (ehemaliger Landesposaunenwart Westfalen) und Gerhard Stötefalke hatten sich über 80 Bläser im besten Rentneralter zu einem abwechslungsreichen Konzert versammelt. Ein gewaltiger Bläserchor mit zirka 40 Trompeten und Flügelhörnern, rund 35 Bariton-und Tenorhörnern sowie acht Tuben ein imposanter Klangkörper.
Der Senioren-Posaunenchor Ostwestfalen ist in Löhne Hembergen beheimatet. Einmal im Monat proben hier Bläser zwischen 65 und 80 Jahren aus ganz Ostwestfalen. Der Chor umfasst etwa 150 Miglieder und gibt zwei- bis dreimal ein Konzert in Kirchen der Region.
Im Wechselspiel mit Eberhard van der Bent an der Orgel war die belastende Hitze schon bald vergessen. Der Kirchenraum erstrahlte im Licht der Sonne und den harmonischen Klängen der vier- bis sechsstimmigen Bläsersätze und den Orgelpartien, u.a. das Präludium in d-Moll von Johann Pachelbel .Der Bogen der Bläserliteratur spannte sich von Johann Hermann Schein (1586 – 1630) über Johann- Sebastian Bach( 1685-1750) bis zu Magdalene Schauß- Flake (1921-2008), Burghard Schloemann ( *1935) , Hans-Ulrich Nonnenmann (* 1958) und Markus Enseroth (*1997) .
Nach einer Eröffnung für Bläser, Orgel und Pauken (Traugott Fünfgeld*1971) folgte ein Klassiker der Sommerzeit mit einem Choralvorspiel von Matthias Kiefer (*1959): Geh aus, mein Herz , und suche Freud , in welchen die Konzertgemeinde mit kräftigem Gesang einstimmte. Superintendent i. R. Tegeler lockerte den festlichen Rahmen mit geistlichen Worten und dem Zitat der Psalmen 103 und 148 auf. Mit dem altirischen Reisesegen für vierstimmigen Bläserchor von Markus Enseroth (*1997) endete das gut besuchte Konzert und setzte kurz vor dem Beginn der Schulferien einen besonderen Akzent in der Reihe der kirchenmusikalischen Konzerte in der Christus-Kirche zu Isenstedt. NW 14.7.2010

Von Felix Quebbemann
Espelkamp (WB). Erhaben tönen die Posaunen und Trompeten durch das Mittelschiff der Christuskirche. Die Hörner türmen sich zu festlichen Klängen in dem altehrwürdigen Gotteshaus auf.
Die Mitglieder des Senioren-Posaunenchores Ostwestfalen genossen es sichtlich, trotz der sehr warmen Temperaturen, in dem denkmalgeschützten Gotteshaus aufzuspielen.
Und gleich zu Anfang konnten sich die Besucher darauf einstellen, in das Konzert mit eingebunden zu werden. Werner Benz, der gemeinsam mit Gerhard Stötefalke die Leitung des Konzertes inne hatte, begrüßte zehn Minuten vor dem offiziellen Beginn die Gäste und lud sie ein, das Stück »Nun danket alle Gott« aus dem Choralsatz der Bachkantate 79 »Gott der Herr ist Sonn und Schild« mitzusingen. Und das gleich vierstimmig. »Das ist ein Versuch, den haben wir auch noch nie gemacht.« Aber schon bei der Probe zeigte sich Benz vom Stimmvolumen der Besucher in Isenstedt beeindruckt.
Nach einer kurzen Pause starteten schließlich die Senioren mit der »Eröffnung für Bläser, Orgel und Pauken« - mit einem Stück von Traugott Fünfgeld. Bereits da zeigte sich, dass sich der Besuch gelohnt hat. Die Bläser erreichten durch die hohen Decken der Christuskirche ein wohl so selten gehörtes Volumen. Im Zusammenspiel mit der Orgel, gespielt von Kantor Eberhard van der Bent, bewiesen die Musiker des Posaunenchores, welch kraftvolle und aufregenden Töne auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite auch anmutige und ruhige Passagen durch diese gelungene Kombination aus Blasinstrumenten, Pauke und Orgel entstehen können
Kein Wunder, dass Pastor Lutz Wulfestieg nach den einführenden Klängen sagte, dass er selbst gerne Mitglied des Senioren-Posaunenchores wäre. »Aber dafür bin ich noch ein paar Jahre zu jung«, fügte er schmunzelnd hinzu. Dennoch zeigte er sich hoch erfreut, den Chor in der Christuskirche begrüßen zu können. Ein solches musikalisches Erlebnis gebe es nicht häufig zu erleben.
Recht hatte er. Der Posaunenchor besteht aus mehr als 140 Mitgliedern. Und dass jeder der Bläser sein Handwerk versteht, zeigte sich im gekonnten Spiel der Trompeten, der Flügel-, Wald und Tenorhörner, sowie der Baritonen, Tuben und der Pauke, die in den Stücken immer wieder für einen zusätzlichen dramatischen Akt sorgte.
Abwechslung gab es auch durch die Soloeinsätze der Orgel, die die rauschenden Klänge der Bläser aufnahm, sie fortführte und schließlich wieder gemeinsam mit dem Senioren-Posaunenchor zum festlichen Schlussakkord der Lieder ansetzte.
Stücke von Herbert Gadsch, Johann Pachelbel, sowie Magdalene Schauß-Flake und Johann Sebastian Bach machten das Programm zu einem Hörgenuss. Schade, dass die Kirchbänke dafür aber nicht voll besetzt waren. Das lag wohl am sehr heißen Wetter.
WB Artikel vom 14.07.2010